»Sehr viel. Sobald die heißen Tage kommen, verdorren die Pflanzen, und die Ebene trocknet aus. Die Bedawi ziehen sich mit ihren Herden nach den Bergen des Schammar oder des Sindschar zurück, und das Heer des Gouverneur müßte elend verschmachten.«

»Du hast recht, Effendi. So wollen wir unsern Weg getrost fortsetzen; aber ich kenne ihn nicht.«

»Wir haben rechts die Straße nach Aïn Sifni, links den Weg nach Dscherraijah und Baadri. Bis Baadri aber darf man uns nicht sehen, und so wird es zweckmäßig sein, uns immer am Ufer des Khausser zu halten. Haben wir Dscherraijah hinter uns, so brauchen wir uns nicht mehr zu verbergen.«

»Wie weit haben wir bis Baadri?«

»Drei Stunden.«

»Herr, du bist ein großer Emir. Du bist aus einem weit entfernten Lande und kennst diese Gegend besser als ich!«

»Wir wollen nach Amadijah, und ich habe mich genau nach der Gegend erkundigt, durch welche wir reisen müssen. Das ist alles! Jetzt aber vorwärts!«

Obgleich die beiden Wege, welche wir vermeiden wollten, kaum eine halbe Stunde von einander entfernt lagen, glückte es uns doch, unbemerkt zu bleiben. Sahen wir rechts Leute kommen, so ritten wir nach links hinüber, und erblickten wir links Menschen, so hielten wir uns nach rechts. Natürlich leistete mir mein Fernrohr dabei die wichtigsten Dienste, und nur ihm allein hatten wir es zu verdanken, daß wir uns endlich beim Anblick von Baadri sicher fühlen konnten.

Wir waren nun beinahe zehn Stunden lang im Sattel gewesen und also ziemlich müde, als wir die Hügelreihe erreichten, an deren Fuße das Dorf lag, welches der Wohnplatz des geistlichen Oberhauptes der Teufelsanbeter, sowie des weltlichen Oberhauptes des Stammes war. Ich fragte den ersten Mann, welcher mir begegnete, nach dem Namen des Bey. Er sah mich verlegen an. Ich hatte ganz außer acht gelassen, daß die Dschesidi meist nicht arabisch reden.

»Bey nidsche demar – wie heißt der Bey?« fragte ich türkisch.