»Hole einen Stein und eine Schnur!«

Der Esel merkte, daß wir uns mit ihm beschäftigten; er öffnete das Maul und schrie.

»Schnell, Ifra! Dies wird das letzte Mal sein, daß er gejammert hat.«

Ich hielt den Schwanz des Tieres, und der kleine Baschi-Bozuk band den Stein an die Spitze desselben. Als diese Operation beendet war, drehte der Esel den Kopf nach hinten, um den Stein mit dem Maule zu entfernen; dies ging natürlich nicht. Jetzt versuchte er, den Stein mit dem Schwanze fortzuschleudern; er war aber zu schwer, und der Schwanz brachte es bloß bis zu einer kleinen Pendelbewegung, welche aber sofort eingestellt wurde, weil der Stein dabei an die Beine schlug. Der Esel befand sich ganz augenscheinlich in einer Art von Verblüffung; er schielte mit den Augen nach hinten; er wedelte höchst nachdenklich mit den langen Ohren; er schnaubte und öffnete endlich das Maul, um zu schreien – aber die Stimme versagte ihm; das Bewußtsein, daß seine größte Zierde hinten fest und niedergehalten werde, raubte ihm vollständig das Vermögen, seine Gefühle in edlen Tönen auszudrücken.

»Allah hu; er schreit wahrhaftig nicht!« rief der Baschi-Bozuk. »Emir, du bist der weiseste Mann, den ich gesehen habe!«

Ich ging fort und legte mich zur Ruhe. Unten aber standen die Pilger noch lange, um abzuwarten, ob das Wunder wirklich gelungen sei.

Ich wurde bereits am frühen Morgen durch das rege Leben geweckt, welches im Dorfe hin und her flutete. Es kamen bereits wieder Pilger, welche teils in Baadri blieben, teils aber auch nach einer kurzen Rast nach Scheik Adi weiter zogen. Der erste, welcher bei mir eintrat, war Scheik Mohammed Emin.

»Hast du hinunter vor das Haus gesehen?« fragte er mich.

»Nein.«

»Blicke hinab!«