Ich trat hinaus auf das Dach und sah hinunter. Da standen hunderte von Menschen bei dem Esel und staunten ihn mit großen Augen an. Einer hatte dem andern erzählt, was geschehen war, und als sie mich hier oben erblickten, traten sie ehrfurchtsvoll vom Hause zurück. Das hatte ich nicht beabsichtigt! Ich war einem lustigen Einfalle gefolgt, keineswegs aber wollte ich diese Leute in ihrem thörichten Aberglauben bestärken.
Auch Scheik Ali kam. Er lächelte, als er mich grüßte.
»Emir, wir haben dir eine ruhige Nacht zu verdanken. Du bist ein großer Zauberer. Wird der Esel wieder schreien, wenn der Stein entfernt ist?«
»Ja. Das Tier fürchtet sich bei Nacht und will sich durch den Klang seiner eigenen Stimme ermutigen.«
»Wollt ihr mir zum Frühmahle folgen?«
Wir gingen hinab in die Frauenwohnung. Dort befand sich bereits Halef nebst dem Sohn Seleks, den ich meinen Dolmetscher im Kurdischen nennen mußte, und auch Ifra, der eine auffallend betrübte Miene machte. Die Frau des Bey kam mir mit einem freundlichen Gesicht entgegen und bot mir die Hand.
»Sabah’l kher – guten Morgen!« grüßte ich sie.
»Sabah’l kher!« antwortete sie. »Keifata ciava – wie ist dein Befinden?«
»Kangia! Tu ciava – gut; wie befindest du dich?«