»Du redest ja Kurmangdschi!« rief Ali Bey erstaunt.
»Nur das, was ich gestern abend aus dem Buche des Pir gelernt habe,« antwortete ich. »Und das ist wenig genug.«
»Kommt herbei und setzt euch!«
Es gab zunächst Kaffee mit Honigkuchen und dann Hammelbraten, den man in dünnen, breiten Stücken wie Brot aß. Dazu trank man Arpa, eine Art Dünnbier, welches der Türke Arpasu, Gerstenwasser, zu nennen pflegt. Alle nahmen an dieser Mahlzeit teil; nur der Buluk Emini kauerte trübsinnig seitwärts.
»Ifra, warum kommst du nicht zu uns?« fragte ich ihn.
»Ich kann nicht essen, Emir,« antwortete er.
»Was fehlt dir?«
»Trost, Herr. Ich habe bisher meinen Esel geritten, geschlagen und geschimpft, habe ihn so wenig gebürstet und gewaschen, habe ihn wohl auch oft hungern lassen, und nun höre ich, daß es der Vater meines Vaters ist. Draußen steht er, und noch immer hängt ihm der Stein am Schwanz!«
Der Buluk Emini war zu bedauern, und mein Gewissen regte sich; aber die Situation war doch in Wahrheit so toll, daß ich mich nicht enthalten konnte, laut aufzulachen.
»Du lachest!« erwiderte er vorwurfsvoll. »Hättest du einen Esel, welcher der Vater deines Vaters ist, so würdest du weinen. Ich soll dich nach Amadijah bringen, aber ich kann nicht; denn ich setze mich nie wieder auf den Geist meines Großvaters!«