»Der Scheik von Baadri. Du hast ihn noch nicht gesehen, denn er befindet sich bereits in Scheik Adi, um das Fest vorzubereiten. Hast du noch etwas zu fragen?«

»Noch vieles! Werden eure Kinder getauft?«

»Getauft und beschnitten.«

»Giebt es unreine Speisen, welche ihr nicht essen dürft?«

»Wir essen kein Schweinfleisch und haben keine blaue Farbe, denn der Himmel ist so erhaben, daß wir seine Farbe nicht unsern irdischen Dingen geben mögen.«

»Habt ihr eine Kiblah?«

»Ja. Wenn wir beten, so wenden wir das Angesicht dem Orte zu, an welchem an diesem Tage die Sonne aufgegangen ist. Auch die Toten werden bei ihrem Begräbnisse so gelegt, daß ihr Angesicht nach dieser Gegend gerichtet ist.«

»Weißt du, woher eure Religion gekommen ist?«

»Scheik Adi, der Heilige, hat sie uns gelehrt. Wir selbst aber sind aus den Ländern des untern Euphrat gekommen. Dann zogen unsere Väter nach Syrien, nach dem Sindschar und endlich hierher.«

Ich hätte sehr gern noch weiter gefragt, aber es erschallte von oben her ein Schrei, und als wir emporblickten, erkannten wir Selek, welcher im Begriffe war, zu uns herabzusteigen. Bald stand er neben uns und reichte uns die Hand.