Ich unterbrach den zornigen Bey mit einer schnellen Handbewegung und wandte mich wieder zu dem Gefangenen.
»Ist das von der Blutrache die Wahrheit?«
»Ja, Emir!«
»So sei ein anderes Mal vorsichtiger. Wenn du mir versprichst, unverweilt nach Mossul zurückzukehren und die Rache für jetzt aufzuschieben, so bist du frei.«
»Effendi!« rief da der Bey erschrocken. »Bedenke doch, daß wir ja – –«
»Ich weiß, was du sagen willst,« unterbrach ich ihn abermals. »Dieser Mann ist ein Stabsoffizier des Mutessarif, ein Kol Agassi, aus dem einst vielleicht ein General werden kann, und du lebst mit dem Mutessarif in Freundschaft und in tiefstem Frieden. Es thut mir jetzt leid, diesen Offizier belästigt zu haben, was gar nicht geschehen wäre, wenn ich ihn sofort gekannt hätte. – Du versprichst mir also, unverweilt nach Mossul zurückzukehren?«
»Ich verspreche es.«
»Betrifft diese Rache einen Dschesidi?«
»Nein.«
»So gehe, und Allah behüte dich, daß die Rache nicht gefährlich für dich selbst wird!«