Auch die andern Dschesidi schauten finster drein. Ich ließ mich dies nicht anfechten und antwortete:

»Was hättest du durch sein Geständnis erfahren?«

»Vielleicht viel!«

»Nicht mehr, als wir bereits wissen. Und übrigens schien er der Mann zu sein, der lieber stirbt als gesteht.«

»So hätten wir ihn getötet!«

»Und was wäre die Folge davon gewesen?«

»Daß es einen Spion weniger gegeben hätte!«

»O, die Folgen wären noch ganz andere gewesen. Der Kol Agassi war jedenfalls abgeschickt, sich zu überzeugen, ob wir eine Ahnung von dem beabsichtigten Überfalle haben. Töteten wir ihn, oder hielten wir ihn gefangen, so kehrte er nicht zurück, und man hätte gewußt, daß wir bereits gewarnt sind. Nun aber hat er seine Freiheit wieder erhalten, und der Miralai Omar Amed wird als ganz sicher annehmen, daß wir nicht das geringste von dem Anschlage des Mutessarif ahnen. Es würde doch die allergrößte Dummheit sein, einen Spion zu entlassen, wenn man überzeugt ist, daß man überfallen werden soll – so werden sie sich sagen. Habe ich recht?«

Der Bey umarmte mich.

»Verzeih, Emir! Meine Gedanken reichten nicht so weit wie die deinigen. Aber ich werde ihm einen Späher nachsenden, um mich zu überzeugen, daß er auch wirklich fortgeht.«