»Du scherzest, Bey!«
»Ich scherze nicht, sondern ich sage dir die Wahrheit.«
»Das Pferd ist herrlich, wie ich noch keines gesehen habe, aber es ist ja das Roß dieses Mannes!«
»Und dieser Mann ist der fremde Seraskier, von dem du erzählt hast.«
»Unmöglich!« – Er machte vor Erstaunen den Mund so weit auf, daß man die ausgiebigsten zahnärztlichen Beobachtungen und Operationen hätte vornehmen können.
»Unmöglich, sagst du? Habe ich dich einmal belogen? Ich sage dir noch einmal, daß er es wirklich ist!«
Die Augen und Lippen des Häuptlings öffneten sich immer weiter; er starrte mich wie sinnlos an und streckte ganz unwillkürlich seine Hand nach dem Honig aus, kam aber daneben und griff in den Tabaksbeutel. Ohne dies zu bemerken, langte er zu und schob eine ziemliche Portion des narkotischen Krautes zwischen seine weißglänzenden Zähne hinein. Ich hatte diesen Tabak sehr in Verdacht, alles andere, aber nur kein Tabak zu sein, und jedenfalls hatte ich da ganz richtig vermutet; denn er brachte im Momente eine so schnelle krampfhebende Wirkung hervor, daß der Häuptling augenblicklich die Kinnladen zuklappte und meinem guten Ali Bey den Inhalt seines Mundes in das Gesicht sprudelte.
»Katera peghamber – um des Propheten willen! Ist er es wirklich?« fragte er noch einmal, und zwar in der äußersten Bestürzung.
»Ich habe es dir bereits versichert!« antwortete der Angenetzte, indem er sich mit dem Zipfel seines Kleides das Angesicht reinigte.
»O Seraskier,« wandte sich der Mann jetzt zu mir; »atina ta, inschiallah, keïrah – gebe Gott, daß uns dein Besuch Glück bringe!«