Schon Mancher hat gesungen in treuer Lieb und Lust,
Und Schmähruf drang entgegen zerstachelnd ihm die Brust:
Da gilts denn freilich Sanglust, wenn fort man singen soll;
Doch Herz quillt immer über, ist nur das Herz recht voll.
So hats der treue Siegfried in Wort und That gemacht;
Lohnt' ihm das Wer mit Undank, des hatt' er wenig Acht,
Er blieb ein treuer Degen wie ehmal so fortan
Und so solls nach ihm machen jedweder echte Mann.
Er frage nach dem Lohn nicht; Gott schickt von selbst ihm Lohn,
Weckt aus verwandten Herzen ihm manch verwandten Ton.
So hast Du mir gesungen: vom Herzen giengs ins Herz:
Wir pilgern treu verbunden durchs Weltthal himmelwärts.
L.M. Fouqué.
* * * * *
Einleitung.
Der Nibelungenhort.
I.
Es war einmal ein König,
Ein König wars am Rhein,
Der liebte nichts so wenig
Als Hader, Gram und Pein.
Es grollten seine Degen
Um einen Schatz im Land
Und wären fast erlegen
Vor ihrer eignen Hand.
Da sprach er zu den Edeln:
"Was frommt euch alles Gold,
Wenn ihr mit euern Schedeln
Den Hort erkaufen sollt?
Ein Ende sei der Plage,
Versenkt es in den Rhein:
Bis zu dem jüngsten Tage
Mags da verborgen sein."