"Seines Fergen wegen wurden wir angerannt. 1691
Da erschlug Gelfraten meines Bruders Hand.
Zuletzt entrann uns Else, es zwang ihn große Noth:
Ihnen hundert, uns nur viere blieben da im Streite todt."

Wir können euch nicht melden, wo man die Nachtruh fand. 1692
All den Landleuten ward es bald bekannt,
Der edeln Ute Söhne zögen zum Hofgelag.
Sie wurden wohl empfangen dort zu Paßau bald hernach.

Der werthen Fürsten Oheim, der Bischof Pilgerin, 1693
Dem wurde wohl zu Muthe, als seine Neffen ihn
Mit so viel der Recken besuchten da im Land:
Daß er sie gerne sähe, ward ihnen balde bekannt.

Sie wurden wohl empfangen von Freunden vor dem Ort. 1694
Nicht all verpflegen mochte man sie in Paßau dort:
Sie musten übers Wasser, wo Raum sich fand und Feld:
Da schlugen auf die Knechte Hütten und reich Gezelt.

Sie musten da verweilen einen vollen Tag 1695
Und eine Nacht darüber. Wie schön man sie verpflag!
Dann ritten sie von dannen in Rüdigers Land;
Dem kamen auch die Mären: da ward ihm Freude bekannt,

Als die Wegemüden Nachtruh genommen 1696
Und sie dem Lande waren näher gekommen,
Sie fanden auf der Marke schlafen einen Mann,
Dem von Tronje Hagen ein starkes Waffen abgewann.

Eckewart geheißen war dieser Ritter gut. 1697
Der gewann darüber gar traurigen Muth,
Daß er verlor das Waffen durch der Helden Fahrt.
Rüdgers Grenzmarke, die fand man übel bewahrt.

"O weh mir dieser Schande," sprach da Eckewart. 1698
"Schwer muß ich beklagen der Burgunden Fahrt.
Als ich verlor Siegfrieden, hub all mein Kummer an;
O weh, mein Herr Rüdiger, wie hab ich wider dich gethan!"

Wohl hörte Hagen des edeln Recken Noth: 1699
Er gab das Schwert ihm wieder, dazu sechs Spangen roth.
"Die nimm dir, Held, zu Lohne, willst du hold mir sein;
Du bist ein kühner Degen, lägst du hier noch so allein."

"Gott lohn euch eure Spangen," sprach da Eckewart; 1700
"Doch muß ich sehr beklagen zu den Heunen eure Fahrt.
Ihr erschlugt Siegfrieden; hier trägt man euch noch Haß:
Daß ihr euch wohl behütet, in Treuen rath ich euch das."