Nun hatt auch in den Tagen, als sie sollten kommen, 267
Kriemhild die schöne die Märe wohl vernommen,
Er stell ein Hofgelage mit lieben Freunden an.
Da dachten schöne Frauen mit großem Fleiße daran,
Gewand und Band zu suchen, das sie wollten tragen. 268
Ute die reiche vernahm die Märe sagen
Von den stolzen Recken, die da sollten kommen:
Da wurden aus dem Einschlag viele reiche Kleider genommen.
Ihrer Kinder halb bereiten ließ sie Rock und Kleid, 269
Womit sich da zierten viel Fraun und manche Maid
Und viel der jungen Recken aus Burgundenland.
Sie ließ auch manchem Fremden bereiten herrlich Gewand.
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Fünftes Abenteuer.
Wie Siegfried Kriemhilden zuerst ersah.
Man sah die Helden täglich nun reiten an den Rhein, 270
Die bei dem Hofgelage gerne wollten sein
Und den Königen zu Liebe kamen in das Land.
Man gab ihrer Vielen beides, Ross und Gewand.
Es war auch das Gestühle allen schon bereit, 271
Den Höchsten und den Besten, so hörten wir Bescheid,
Zweiunddreißig Fürsten zu dem Hofgelag:
Da zierten um die Wette sich die Frauen für den Tag.
Gar geschäftig sah man Geiselher das Kind. 272
Die Heimischen und Fremden empfieng er holdgesinnt
Mit Gernot seinem Bruder und beider Mannen da.
Wohl grüßten sie die Degen, wie es nach Ehren geschah.
Viel goldrother Sättel führten sie ins Land, 273
Zierliche Schilde und herrlich Gewand
Brachten sie zu Rheine bei dem Hofgelag.
Mancher Ungesunde hieng der Freude wieder nach.