der statt »finsteren Ernstes und traurigen Entsagens« einzig und allein »das Schöne heilig war«.
In demselben Geiste, dem Schiller fortan treu blieb, sind »Die Künstler« gehalten, welche die Kunst an die höchste Stelle unter allen geistigen Mächten setzen, höher selbst als Erkenntnis, Moral und Religion. »Nur durch das Morgentor des Schönen drangst du in der Erkenntnis Land«, mit dem mahnenden Schlußwort an die Künstler selbst:
»Der Menschheit Würde ist in eure Hand gegeben,
Bewahret sie!«
Die Kunst ist ihm nunmehr Anfang und letzte Vollendung der Menschenbildung. Ja, sie kann dem damaligen Schiller selbst Ethik und Religion ersetzen. »Kann man«, so schreibt im Einklang mit solcher Anschauung der todkranke Friedrich Albert Lange, dieser große Sozialist, »den christlichen Gedanken der Ergebung schöner auf philosophisch ausdrücken« als mit jenen prachtvollen Versen aus den »Künstlern«:
»Mit dem Geschick in hoher Einigkeit,
Gelassen hingestützt auf Grazien und Musen,
Empfängt er das Geschoß, das ihn bedräut,
Mit freundlich dargebotnem Busen