[3] Wir sehen hier, um die ohnehin reiche Stoffülle nicht noch zu vergrößern, von seinem ersten Eintreten für Shakespeare gegen Gottsched in den »Literaturbriefen« der fünfziger Jahre ab.
[4] Das heißt die später als maßgebend angesehene, die heutigen neutestamentlichen Schriften umfassende Sammlung.
[5] Wenn Lessing die Recha von Moses sagen läßt: »Wo er stand, stand er vor Gott«, so fühlt man sich gleichfalls an Eckharts Gedanken erinnert: daß man Gott beim Herdfeuer oder im Stalle ebenso gegenwärtig haben könne als in der Einöde oder in der Klosterzelle. Und Eckharts Ansicht, daß das wahre Gebet keiner Worte bedürfe, hat Lessing in der Minna von Barnhelm in dem schönen Satze Ausdruck gegeben: »Ein einziger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet.«
[6] Denselben Gedanken finden wir in Kants Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft (in meiner Ausgabe, Bd. 45 der Philosophischen Bibliothek) S. 96 f.
[7] In einem handschriftlichen Bruchstück: »Daß mehr als fünf Sinne für den Menschen sein können.«
[8] Über beide siehe meine »Volkstümliche Geschichte der Philosophie«. 2. Auflage. Dietz Nachf., Stuttgart 1922.
[9] Lessing ist übrigens gegen eine Einmischung des Ordens in die Politik. Selbst das Eintreten mit bewaffneter Hand für Menschenrechte, wie es die Nordamerikaner in ihrem gleichzeitigen Freiheitskampf wider England taten, weist sein konsequenter Pazifismus ab. Denn »was Blut kostet, ist ganz gewiß kein Blut wert«.
[10] Die folgende Darstellung fußt auf dem eingehenden und einen durchaus zuverlässigen Eindruck machenden Bericht Jacobis, den er 1785 veröffentlicht hat. Wir beschränken uns natürlich auf das, was Lessings philosophische Anschauungen betrifft.
[11] So ist der Name durch den bekannten Kantkenner Artur Warda in Königsberg jetzt festgestellt.
[12] Abgedruckt mit ihrer Fortsetzung unter anderem in meiner Kantausgabe in der Philosophischen Bibliothek Band 47 I, S. 21 bis 46. Wir benutzen zu unserer obigen Darstellung einen Teil der Gedanken unserer dortigen Einleitung.