[23] Die Geschichte ist Wolff nur zur moralischen Belehrung da. Die Poeten dienen »zur Belustigung der Ohren«, müssen aber unter Staatsaufsicht gestellt werden, auf daß sie nicht »durch verliebte und unzüchtige Verse gute Sitten verderben«. In der Politik gilt das Wort vom »beschränkten Untertanenverstand«. In einem der acht Quartbände seines »Naturrechts« behandelt Wolff unter anderem ausführlich die Frage, ob lautes Schmatzen beim Essen gegen das Naturrecht sei. Vergl. meine Volkstümliche Geschichte der Philosophie S. 194 bis 197.
[24] Was Goethe dann bekanntlich in seinem Wilhelm Meister auch auf die Geschlechterliebe in dem, wie er selbst sagt, »frechen« Wort der losen Philine ausgedehnt hat: »Wenn ich dich liebe, was geht's dich an!«
[25] Er besaß sie übrigens erst in der dritten Auflage von 1790.
[26] Es findet sich, wie alles von Goethes Hand Stammende, in der großen Weimarer Ausgabe seiner Werke, Briefe usw. Einen ausführlichen Bericht gebe ich in meinem »Kant – Schiller – Goethe« S. 146 bis 149.
[27] Ich habe a. a. O. S. 268 bis 271 auch einen genauen Bericht über Goethes philosophische Bücherei gegeben. Sie zählte 186 Nummern mit etwa 220 Bänden. Neben vielen unbedeutenden Widmungsexemplaren philosophischer Zeitgenossen finden sich von bekannteren Denkern: Einzelnes von Giordano Bruno, Plato, Aristoteles, Epiktet, Campanella, Hobbes, Malebranche, Baumgarten, Lambert; alles von Spinoza; das Wichtigste von Fichte, Schelling, Hegel und Schopenhauer.
[28] Während seiner Kampagne in Frankreich (Oktober 1792) setzte er einem jungen in Kants Schriften beschlagenen Lehrer in Trier als Sinn der kritischen Lehre auseinander: ein Kunstwerk solle wie ein Naturwerk, ein Naturwerk wie ein Kunstwerk behandelt und der Wert eines jeden aus sich selbst entwickelt, an sich selbst betrachtet werden.
[29] Über das Datum vergl. meine genaue Untersuchung in »Kantstudien« I, S. 316 f., kürzer wiederholt in »Kant – Schiller – Goethe« S. 158 f.
[30] Kant – Schiller – Goethe S. 196 bis 245.
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