Er vermied die Klippe, an welcher so Viele zu Grunde gehen, eine Klippe, die zwar nur in der eigenen Einbildung besteht, aber darum desto gefährlicher ist.
Aber einen andern Gedanken ergriff er mit Lebhaftigkeit und setzte ihn mit der seinem Wesen eigenen Energie ins Werk.
Als er eines Tages mit Mimi nach Vannes gefahren war, um dort einige nothwendige Einkäufe für seine kleine Wirthschaft zu besorgen, da hatte die Kleine plötzlich in der Nähe der Kathedrale fröhlich in die Händchen geklatscht und ausgerufen: »Papa, Papa ... schöne Puppen.« Es war ein Tabuletkrämer, der auf seinem Tisch ein paar schlecht geformte Wachsfiguren stehen hatte, die Jungfrau Maria im Stalle zu Bethlehem mit dem Christuskind und den anbetenden drei Königen aus dem Morgenlande. Er frug nach dem Preise. Der Mann nannte ihm einen ungewöhnlich hohen.
»Ist das Wachs hier zu Lande so theuer?« warf Dennhardt mit einem spöttischen Blick auf die schlecht gearbeiteten Figuren hin.
»Das Wachs nicht, Herr, aber die Leute, welche solche Sachen machen!«
»Und würde man, wenn diese Figuren wohlfeiler wären, viel davon verkaufen?«
»Gewiß, Herr, besonders zur Weihnachts- und Osterzeit.«
Dennhardt dankte dem Manne für die Auskunft und meinte, vielleicht würde er bald von ihm hören.
Sein Plan war rasch gefaßt. Konnte er auch nicht mehr als Bildhauer arbeiten, so war ihm doch noch die Möglichkeit geblieben, sein plastisches Talent im Formen weicher Stoffe zu verwerthen.
Er kaufte in Vannes Wachs und ging den nächsten Tag schon an die Arbeit.