Der Freund stockte, er keuchte. Sein Atem pfiff über die Stimmbänder mit einem Ton, als geige jemand über gebrochenes Glas. Ich fuhr auf. Er hob befehlend die Hand, ein wenig gebückt. Ich setzte mich wieder.
Er schellte rasch: „Wasser . . .!“
„Verzeihen Sie!“ rief er. „Ich habe Sie geblufft . . . es hat mich überwältigt . . . ich wollte zuerst nicht erzählen . . . dann mußte ich doch. Aber ich travestierte, tauschte alles um . . . Alle Personen sind unwahr. Keine ist echt . . . keine Kontur. Glauben Sie es! . . .“
Ich sah ihn kalt an.
„Diese Geschichte ist ganz anders,“ sagte er nun. „Ich habe geglaubt, sie von mir abtun zu können, wenn ich sie erzählte, aber ich konnte sie nicht erzählen. Da phantasierte ich sie. Aber das war noch schlimmer, zu sehen, wie etwas hätte werden können . . .“
Er sah starr nach dem Fenster.
Dann brach er in ein häßliches Gelächter aus. Sein Mund zog sich nach dem Kinn hinunter wie im Zwang von zwei Fäusten.
Dann drehte er stumm den Schnitt gegen die Wand, verbeugte sich und bat, nachdem er die Lichter gelöscht hatte und indem sein Gesicht wieder langsam in die alte Form zurückkehrte, ihn hinüber zu begleiten.
Allein ich blieb in der Türe stehen.
Alles stürzte mit verdoppelter Wut, mit erneuter Wucht über mich hin.