Sie trat dicht an ihn heran und wusch ihm mit einem getränkten Lappen den Schweiß, der um den Mund herum austrat, aber er sang durch ihre kreisenden Handbewegungen weiter, verdrehte die Augen, streckte sich scharf in die Länge, legte sich auf die Seite und schwieg.
Nach einer halben Stunde rief er die Pflegende.
Seine Augen lagen tief in den Deckeln der Lider begraben, ein rötliches Weiß schimmerte heraus und der halbe Abschnitt der Pupille. Der Mund und das Kinn glänzten in leiser Seligkeit, die Stirn war rein und hell trotz der Bräune. Die Schläfen waren eingefallen, die Nase angespannt und an den Nüstern unbewegt wie über eine Pauke gezogenes Pergament.
„Die Bäume . . .“ sagte er. „Die Bäume . . .“ und jubelte mit der Hand.
Die Pflegende schauderte. Sie sah, wie der Tod seinen Leib aufwirbelte und blähte und empfand zugleich, wie der Raum sich furchtbar unter seiner Heiterkeit anfüllte.
Er sang das Wort „Diebäume“ im wechselnden Umschwung aller Melodien. Er hielt mitten in den Buchstaben ein, ließ den Ton verrollen und schob zwischen den bläulichen Lippen rasch und lachend den Rest nach. Er knickte die Silben wie Weidengerten, warf die schwachen Vokale glitzernd hoch und duckte die saftigen. Manchmal schien das Wort ein explosiver Ton, andermal eine verwirrende Skala. Oft bog und verengte er die Laute, ließ sie wie Brandblasen aufglühn und zerplatzen und schrie sie plötzlich in gleicher Folge wütend hinaus. Er spielte mit dem Wort wie mit einer Beute, katzenhaft, tückisch, selig, feig, lind und grenzenlos erbost.
Er klomm die letzte Krise der Krankheit hinauf, das Wort wie einen Säbel zwischen den Lippen.
Manchmal warf sich ein Lächeln über sein Gesicht. Trunken spannte er die Nasenflügel und sog. Die letzten Stunden der Nacht waren höllisch.
Das Fieber kurbelte an die äußerste Grenze. Der Bauch sackte ein und wand sich in Zuckungen. Das Weiß des Auges war über Gelb zu dickem Grün geworden.
Er brach blutigen Kot, schüttelte die Hand und sang das Wort