der nachklang. Versuchte sie wieder, versuchte sie neu. Als ströme aus ihr hinaus, Gesichertes, Bezähmtes in ein Gefäß der Worte, das sie berauschte und erregte bis in das Dunkel ihrer innersten Grenzen. Es sang und schwang das Belastende herauf, machte es leicht, wirbelnd, später sanft und gelöst. Sie entspannte sich in dem Rausch, hatte eine Macht und eine Befreiung. Wundersame Ruhe machte ihre Tage lang, klar, gut.

Sie spielte mit den Weibern, Kindern durch die Stimme. Lernte das Organ anzupassen, zu biegen in jede Leidenschaft, alle Bewegung. Spürte ihr Herz klopfen, dann den stillen Mollton des Bluts. Lernte von den Weibern den Dialekt. Als sie zum erstenmal ausging, trieben die Kleinen hinter ihr her. Sie scheuchte sie, zog sie zu sich „Go“ war: springen. „Fu“: erfroren fast halten. Mit Vögeln gab es andere Signale. Ein Hase hielt bezaubert von dünnem glasklarem Wimmern. Ein wenig blieb sie nachdenklich, ward traurig bei ihm, denn ihr kam in den Sinn Well. Sie kam schon bis zum Koniferenbaum. Dann bis zum Plateau. Das nördliche Flimmern tobte irgendwo unter ihr. Sie ging davon, ungerührt. Ging allein, verschmähte die Flinte, hatte Unlust zur Jagd. Allein im Gehen, Liegen, erfand sie Ton und Laut, der wie ihr Blut spritzte, säuselte und bebte. Gab sich hinein in Klang und Fülle der Vokale, als sei es ihr Anfang,

ihr Teil, sich darin zu verbinden. So kam auch die Gegend ihr näher, wenn sie sie ansprach, du Strauch sagte, Silberlilie, lieber Dorn, mein Freund. Das wandte sich ihr zu dann, ward mit ihr gefüllt, lehnte sich hinüber zu ihr, empfing ihren Atem.

Es kamen Schwäne und Musketen, hinter ihnen mit einem Wagen von der Bay her Syg. Sie brach in das Verweilen ein, die Windstille des Daseins brachte Unruhe, Ahnung irgendwie von Glück. Trieb Altes, den Lorenzfall herüber in das Spiegeln des Weihers, blieb aber entfernter als sonst. Wagte nicht das zu sagen, nicht jenes, denn sie befremdete Ungekanntes an Daisy, das Nicht-Miterlebte, der Schauer der Krankheit und der ihr entquollenen großen Säfte und Ideen. Das lag ein wenig dazwischen.

Fidley schloß den Wagen. Weiber heulten. Die kleinen Affen liefen eine Zeit noch neben dem Schlag. Dann fiel es zurück. Ein Stück Land schob sich vor sie, glitt auch zurück. Ein Staffel Matrosen erreichte sie. Dann faßte sie fest in die Mähne des Gauls, schrie fast und erbleichte nach innen in einem Schreck, des sie nicht bewußt ward.

Unten, unter Dampf lag ein Schiff.

Dahinter das Meer.

Der Bogen der Sehnsucht schoß ab, die Sehne brauste. Es trat aus ihr hinaus, kein Brief, der es hemmte, kein Gedanke, nichts. Irgendwo in der vor Blau zitternden

Unbegrenztheit des Horizontes traf sich das Innerste ihres Blutes mit etwas, dem sie sich hineingab, in das sie verströmte, die Lider naß. Alles andere war Spiel, vergessen, lieb, aber ohne Gewicht. Als das Dunkle in ihr hinrann in das Ausschweifendste und Hellste, an dessen äußerstem Rand dünn die Erscheinung hing der Städte, Inseln, irgendeines ungeheuren Daseins, schlug die Schiffuhr. Es war fünf Uhr am Abend. Die Sonne hatte größte Kraft. Sie ritt bis an den Strand. Dort stieg sie ab.

Das andere ging fast traumhaft. Zu sehr war sie eingehüllt schon in ein fernres Geschehen, vor dem der jetzige Augenblick nur als Pause stand. Sie kamen in den Lorenz. Ein Auto wartete. Well sprang hoch. Der Steg. Palmen hingen herunter. Kanonen lösten sich. Mövenschwärme in Spiralen. Wagen wühlten hinter ihr ein Geschiebe. Männer kreischten Namen, Gepäcke. Sie fühlte des Hundes Druck am Knie. Sie bewegte schmerzlich eine Sekunde die Hände im Fell des Tieres. Dann kam der Ottava. Rauschte dunkel schon entgegen auf Kilometer. Das Rauschen lag in der Luft wie ein Schneefeld, sprang in Lawinen ihr leis entgegen. Die Mühlen rochen. Die Schreie der Nurse blieben hinter Bäumen stecken. Das Gittertor kam, vertraut mit seinem kalten Eisen. Glitt zurück.