ihm. Zwischen dem Schwung von zwei Koniferenästen zog sich der ganze Garten noch einmal zusammen. Dicht über dem tiefen Wasserspiegel am Ende der gesenkten Terrassen hing riesenhaft der Mond.

Im runden Ausschnitt der Tanne hing eine Spiegelung, wie aus Silber eine metallene Platte.

Nächte voll Schwärmerei und Lichtern hoben sich über dem Park, zogen rasch vorüber. Zuckende Frauenleiber sträubten sich vor ihm auf. Ein großer Ritt, der ihn mit Ruhm behängte, glitt durch die Luft, sein Bein hing blutend in der Bügelung. Ehrgeizige Spiele, sehr erleuchtete gläserne Säle . . . Teile des Gartens dampften, brachen auf, Nischen entlaubten sich, Gänge warden ohne Dunkel. Gab es nicht eine Frau?

Eine Frau, ohne Geheimnis am Körper, verlogenen reizlosen Hirnes, ohne Leidenschaft der Erfindung, gut für Lakaien. Dennoch schlug er sich heut um ihre roten Haare. Dies ist das Dasein. Er lächelte, als ob er die weiße Zofe in den Flieder herunterpfiff oder die Pikardin berührte, die bleich durch eine Laube in der Parkecke auf ihn wartete.

Das Bild brach ab.

Aus allen Bosketts flossen Blumenrüche. Eine Nachtigall jagte einen süßen wilden Schrei schlaftrunken ins Gebüsch.

Er sah ohne den Schleier der Spiegelung in den

Park. Die Grimasse des Totengesichts, von seinem stählernen Witzwort in der Gurgel gefaßt, stak am Boden, bläkte ihn an. Das Schicksal riß durch sein Herz. Waren diese Terrassen nicht verbraucht bis zum Irrsinn, entblättert die Lauben beim dritten Knie schon, das er darin geöffnet. Blieb ohne die Erregung des eigenen Blutes, das sein Feuer zu fremden Abenteuern sich schuf, nichts übrig wie nackte Enttäuschung, schon oft Gelebtes, sinnlos Wiederholtes. Er zog den Degen an sich, fror am Eisen. Da sah der Marquis hinuntergleiten in den See, was ihn ausgefüllt hatte die Jahre. Die Herren, mit denen er soff und spielte und sich schlug, Damen daneben und Hunde, die an ihren Knieen wehmütig zitterten und leicht mit dem Kopf nickend ihn verließen. Dann trat das alles schon nicht mehr ihm zugehörig von der Neigung der letzten Rasenfälle in Berührung mit dem Wasser. Der Mond nahm es auf und bog es aus dem Park. Der Marquis sah zu, raffte sich auf, ohne Zorn, ohne Reue.

Als er sich aber umbog, überfiel ihn alles, und er krümmte sich vor Schmerz über den Abschied, so sehr hing sein Herz an der Erde, auch wenn sie verbraucht war.

Angst kam auf ihn, wenn er bleibe, daß er, eingekerkert in steinerne Mauern, keine Sonne mehr sehe. Wie liebte er die Freiheit.