Da stieß der Gouverneur einen Fluch in die schmalen Lippen. Vaudreuil machte eine unwillkürliche Bewegung. „Nein“, sagte der Gouverneur, lächelte zerstreut, gewinnend, Unruhe wölkte seine Stirn. Da legte Vaudreuil sein Buch hin, kam ihm entgegen: „Verhandeln wir.“

Courbisson errötete gegen die grauen Schläfen, begann sofort mit Charme zu reden. Vaudreuil sah ihn aus aufgerissenen Augen an. Beim zweiten Satze des Gouverneurs schlief er ein.

Als er erwachte, war es hoch im Mittag. Er war allein. Die Ketten rasselten, die Segel hingen eingerefft, gebunden, der Anker hielt. Eine Landschaft kam mit Wiesen heruntergespielt zum Fluß. Er sah große Fasane, stieg aus zur Jagd. Die Nacht brach er durch

Büsche auf dem Rückwege, fand ein Blockhaus. Auf Heu schlief er. Morgens lockten die Stimmen der Tiere sein Blut, er bestieg das Schiff nicht, blieb acht Tage, streifte, jagte, brach in das Dickicht, das ihn schluckte, einsog.

Am neunten Tage trieb er ein Boot auf, fuhr langsam hinunter nach Montreal, kaufte fischenden Matrosen ihre Kleider für die Jagd, trat in ein Blockhaus, spreizte die Beine, warf den Kopf zurück und zeigte eine Landkarte, fixierte ein Stück mit dem Blei am Ufer. Hinter dem Tisch der breite Mann zog den Spitzbart. Vaudreuil sah in die Luft. „Das Stück ist zehn Klafter breit,“ sagte der Verkäufer. Vaudreuil zuckte die Achseln. Der andere zog die Lippen nach vorn, schrieb, Vaudreuil zahlte eine halbe Goldrolle, drehte um. An der Tür zögerte er kurz, ging hinaus, kehrte nach zehn Schritten um, zirkelte zu dem Flußgebiet, das er gekauft hatte, das ganze Hinterland dazu, sah fragend auf. Der Verkäufer grinste und schrieb ihm den Urwald noch dazu.

Er mietete ein Rudel Gesindel, fuhr mit ihnen hinauf, ließ Hütten bauen. Bald kamen Eingeborene. Mit Negern, die er kaufte, gründete er den Kral. Dann warf er das Geld gegen den Urwald. Ein wütender Kampf bellte auf. Der Wald wucherte mit Sumpf und Pflanzen gegen ihn auf. Tag um Tag fraß seine Horde sich in den Wald. Er wirbelte die Äxte hinein,

schnitt mit Feuer Lücken, brach Boden auf Boden ab. Er umzingelte mit einer Gasse, die die Kerle schlugen, die dicksten Plätze, hungerte sie aus, verwüstete sie, ging zurück, brach vor. Die Sklaven starben an Fiebern. Er schaffte neue Scharen, trieb sie gegen den Wald. Ordnete kleine Gruppen, fiel von den Seiten, vom Rücken gegen das nie angegriffene Urstück. Tiere jagten nachts heraus. Ein Löwe sprang durch das Dach seines Hauses. Er gab nicht nach. Fauchend mit den Stimmen seiner Tiere wich der Wald zurück. Nun sogen Weiden das Wasser aus den modrigen Ufern. Pflüge rissen in das Herz des Landes. Ochsenwagen zogen nach dem Strom, warfen das Holz in die Boote, nahmen Saat zurück. Meer von Weizen schlug in schönen Wellen gegen den Wald. Herden suchten morgens, Boden schlagend, den Strom. Das erste Boot fuhr nach Quibeck. Zehn folgten. Seine Wolle fuhr über das Meer. Schon war der Wald eine ferne Linie am Horizont. In Tonnen und Schuppen stapelten die großen Fischzüge. Er legte einen Gürtel Ablagerungshäuser an. Eines Nachts flog ein Vogel vom anderen Ufer herüber, seine Flügel hatten eine grüne Färbung. Als er am Giebel saß, begann das Dach zu brennen. Es war der dreizehnte Schuppen. Vaudreuil ritt zum Inspizieren. Er fand nichts. Nach drei Tagen ritt er denselben Weg, ließ es wieder aufbauen. Nach einem halben Jahr kam er an einen Zug, der Tonnen Fische

hinunterschleifte. Er sprach mit dem Führer, sie bogen um eine Waldecke, da nahte ein Zug, es kam eine Prozession. Vaudreuil stieg ein wenig in den Bügeln, kniff die Augen. Dann führte er seine Leute zurück, in einem Hohlweg mit steilen Wänden ließ er eine Tonne leeren, ritt weiter ein Stück, dann wieder zurück. Sie erreichten den Weg, als die Läufer der Prozession auf den Fischen ausglitten. Sie fielen auf Rücken und Bauch, streckten die Beine hoch, die Zungen heraus, rauften sich an den Haaren. Die dicken Priester fielen auf den Hintern und rutschten auf den Fischbäuchen die glatte Bahn herunter. Geschoß kam auf Geschoß. Den Bischof warf sein Esel ab, er flutschte vorüber, schlug mit den Armen wie ein Häher. Vaudreuil zog weiter. Zwei Wochen darauf klopfte es nachts an sein Haus.

„Woher?“

„Quibeck“.