Mit einem Zug steht eine Frau auf unserer Kufe, schwefelschweres Gelbjackett über der Schulter. Schon schwenken wir aus der Windstille, schaufeln Wind und sausen.
Wir haben eine Frau geraubt.
Die Verfolgung begann. Kläffend. Mit Geschrei. Wir haben mehr Quadratmeter am Fock wie der Kleine am großen. Zwei Boote umzingeln ihn, nehmen ihm den Wind und verstoßen ihn aus der Jagd. Gieriger Sperber rast er am Horizont hin, während die großen Raubvögel in den blau aufgebrochenen Morgen hineinstreichen.
Sie war dunkel wie eine Zigeunerin, aber mit zwei schweren hellen Sonnenkreisen über den lodernden Augen. Sie kokettierte, indem sie den Blick erzürnt.
„Geraubt, Fürstin,“ ich lache vom Ruder.
Sie lacht, wirft die Brauen in die Stirn wie Wellen, und springt ins Wasser.
Wir halsen und ziehen sie lachend heraus.
Wütend duckt sie, schaut im Kreis lauernd und schweigt. Dann schüttelt sie sich und legt die große volle Figur gegen das weiße Segel und hebt ihren Körper in die prallende süße Sonne.
Am Mittag stehen unsere Schiffe auf der Höhe ihres Hafens, venezianische Schönheit des entgegenlaufenden Landes, glühender Schwung voll Segel, Boot und Stegen und Gewirr von Menschen. Wir lavieren.
Ein Kran geigt. Das Segel steht schlapp gegen den Wind.