Las Casas’ Blick fuhr an ihm vorüber wie an einer Wand. Drehte die Schultern, entblößte seine Rechte von dem blutigen Handschuh, ging dicht an Juana her und küßte ihr ernst und ehrerbietig die Hand. Sie sahen sich in das Weiße. Dann ging er.
Nach drei Schritten wieder bog er um: „Graf Oropesa, . . . Sie sagten . . . vielleicht, daß Sie mehr Glück gehabt, hätten Sie nicht versäumt, Ihre Segler zu rüsten.“
Der Graf spürte, daß er eine schlechte Rolle spielte, sagte scharf, den Schnurrbart kauend: „Sie haben mir nicht den Gefallen getan, mich für diesen Fall Ihrem Diplom nach zum Briganten zu erklären. Auch im Großzügigen wie in der Verachtung weiche ich Ihnen nicht.“
„Sie sollen es haben, Luis Quijada, die Erklärung haben, jetzt . . . gleich . . . sofort — Auf Wiedersehen.“
Er machte eine schwache Geste nach dem Meere und ging.
Nach dem Refrescos, das er bei dem Prinzen nahm, brachte ein Diener ihm einen Brief von ihr. Er trug ihn in sein Zimmer, las ihn. Las ihn wieder. Nur dieses: „Komm —!“
Es durchzuckte ihn, blind, aufstammelnd: „Komm!“ Es fielen ihm ein die Abende im Schweigen des Meeres, als er tiefer ward vor Sehnsucht wie der Horizont und darüber erschrak, zürnte und zitterte. Und das betäubte ihn so, daß er lange den Kopf gegen die Scheibe lehnte, bis er sich selbst empfindend, langsam zurückkehrte in die Umgebung und sich gewaltig zufammenraffte und toll gegen sein Blut, das stieg, schrieb:
„Wie kann ich nun, beschämt, zu Dir kommen, wo ich Dich aufschob bis nach dem Erfolg. Ich müßte Scham haben über mich wie über einen Fuchs. Du aber wärst feig, wenn Du nachher mich nicht verachtetest.“
Aber in der Dämmerung fand er sie in dem Garten. Sie spannte die Arme nach ihm. Da fiel er vor sie hin und warf die Schmach, das Unbefriedigte und die verbotene, selbstversperrte Sehnsucht in einem knabenhaften Weinen in ihren Schoß. Sein Kopf bohrte sich zwischen ihre Schenkel, und sie sagten kein Wort. Doch er warf ihre Robe zur Seite und küßte sie, eh er sie verließ, lechzend auf beide Knie, so, als sei jedes Knie ein Mund.
Als er am nächsten Morgen sich einschiffen wollte, erhielt er ein Billet. Er erbrach es am Ufer noch, einen Fuß in der Barchette.