„Wollen Sie, daß ich Sie für diese Tat mit anderem als mit einer — Imitation belohne?“
Der Offizier begriff, daß dies ihm ins Gesicht geschlagen war. Er stemmte sich auf, als wolle er den Beutel wegwerfen.
Da begann Las Casas’ Gesicht zu zittern: „He,“ tief er, „Herr!“ — und es klang wie der Ton eines der krummen Hörner an einer königlichen Barchette: im Befehl unabwendbar . . . und es knickte den Zornigen. Er ging mit hängenden Armen.
Las Casas promenierte noch über eine Stunde in der Kühle des Korridors, bis die Herren kamen, ihn zu holen und der Prinz, der ihn liebte, ihn umarmte. Das Rendezvous war in einem gesperrten Teil des Gartens zwischen einer Fontäne und einem Käfig mit zwei Löwen. Las Casas stieß nach wenigen Minuten seinen Gegner durch den Nabel mitten durch, daß der Herzog von Medina-Sidonia mit liebenswürdigem Lächeln die Bemerkung nicht unterlassen konnte, daß an der Stelle, da ihm das Leben geworden sei, es wieder verströme.
Ein Strahl Blut war hochgezuckt und traf die Löwen. Ihre Augen wurden grün vor Gier. Es pfiff durch ihre Nüstern, die sich nach außen bogen. Dann brach die ungeheuere Wut des Verschlossenseins in ein erschütterndes Gebrüll aus — durch die Stäbe, und sie warfen die Breite der Körper rasend dagegen, als der Herzog sie mit seinem Degen kitzelte.
Mit Blut bespritzt, auf dem Rückweg zum Palast, traf Las Casas auf Juana und Luis Quijada, der sich um sie bemühte. Sie war auf eine Bank zurückgelehnt. Wie sie Las Casas sah, stand sie auf.
Reckte sich. Hoch. Stand schlank, gleich Stahl.
Ihre Blicke trafen sich. Ihre Herzen hämmerten einen gleichen in hetzenden Takten selig geschwellten Rhythmus. Sie spürten, wie ihre Körper aufeinanderdrangen und sich umschlossen, obwohl sie sich nicht bewegten . . . und wie wenn ihr Blut aus den Adern presse, heraustrete und ineinanderströme.
Sie machte einen Schritt zu ihm hin, da sagte von irgendwo her, von der Seite her? — — — neben ihnen wohllautend und dunkel eine Stimme, die Stimme Quijadas:
„Ich, Marques, beglückwünsche Sie sehr zu Ihrem Erfolg heute — — wie ich ihr Unglück bedaure — sonst.“