„Wasser . . . !“ brüllte ein langer Portugiese und drohte. Las Casas lächelte ruhig und sehr gefaßt und ließ ihm das Halsblut der Neger reichen.

Er fühlte einen starken Sturm in sich, der ihn hob, schwellte und maßlos mit sich selbst erfüllte, daß sein Wollen ins Ungeheuerste gesteigert und seine endlos beschwingten Gefühle über alle Schicksale hinausstiegen und der Tod ihm nur ein geringschätziges Spiel (wie mit Masken) erschien.

Am Abend stellten sie sich auf für den folgenden Tag.

Früh riß die Sonne den Himmel tiefrot auf und färbte das Wasser so. Und als bedrücke das Ungeheuere der Front vor ihm etwas in seiner Seele, horchte er in sich hinein und fand wie ein Pizzicato in der Ruhe seines höchsten Geschwelltseins den Gedanken an Juana und riß ihn heraus und maß ihn mit den letzten Erlebnissen und der Idee seiner Tat. Die Kartaunen des Vorderdecks lösten sich schon. Die türkischen Caramuzzals umsprühten die Galeeren mit glühenden Kugeln. Eine zischte zwischen die Ruderer und verbrannte sie. Es roch nach versengtem Fleisch. Die nächsten heulten auf und ließen die Ruder.

Da ließ Las Casas die Hörner blasen.

Auf den anderen Schiffen antworteten sie. Eine Schlinge fiel vom Hauptmast. Sie legte sich um den Kopf des Portugiesen und zog ihn hoch und schwang ihn, der sich verrenkte und mit den Armen, die Hände zu Fäusten gekrallt und die Zeigefinger nur erhoben, die Luft schlug, in weitem Bogen über das Schiff.

Pfiffe rasten über die Decke. Alle Ruder hoben sich und schäumten auf die Caramuzzals ein.

Las Casas zwang nun den Gedanken an Juana ganz aus sich. Nur die Tat sollte sein. Er stand auf der Poppa und suchte die größte Caramuzzal. Eine Flagge deckte sie: Rot mit sieben schwarzen Monden.

Endlich: Yousouf! —

Das Wasser spritzte karminenen Schaum, so war es von der Sonne durchtränkt.