Ihr Rücken bog sich wie ein Coli im Sprung, und jene Süßigkeit der Weidengerten war dazugegeben, die den März zum schmiegsamsten und verführerischsten aller Monate macht.
Ich verstand die Musik nicht, die sie davontrug, und ich fand, man vermöge wenig Sinn zu finden für dieses, wo die Natur uns täglich säugt und wir verliebt sind in sie mit unsterblichen Gästen.
Ich sage:
„Weißt du, wie Lia von Florenz sprach und jener Sonne Eures Ateliers und Speyer und Lucius und jener Sinfonie, die mit Gold und Musik Ihr morgens über die Hügel stürztet — und ich schwarz, zerschlagen, gepeinigt vom Bild jener Stadt, in der ich diese Zeit damals verbrachte (Stadt bestürzender Enge, niederen Behagens, wohlgenährt, aber ohne Wollust, Stadt, der ein Schicksal Prüfungen nie gab, feist, faul und bürgerlich und selbst zu feig zur Sünde) — — daß ich gepeinigt nicht sagte: Dulden ist mein Los — — sondern ins Gewitterblau der Pflaumenbäume hinausging, am Bach Gott bat, mich hochzureißen an den Rändern des Gefühls, mit Zorn mich anzuschwellen, zu tränken und zu stärken, daß ich, unser dichterisches Schicksal erfüllend, blutigen Mundes den Haß der Vaterstädte ausrufe . . . . .
und daß ich, weißt du noch, am gleichen Abend, als der Berg rot flammte, Vollmond aufsprang zwischen den Ufern, Hügel violett und bebend sich malten auf die sie kaum ertragende himmlisch-japanische Seide, daß ich in Eurem Boot dennoch nichts anderes tat, als dein Gesicht zu preisen. Es war mir nah wie mein Herz, und wie es heraufstieg aus der illustren Kette der großen Revolutionäre und Helden Deiner Familie und das Unvereinbare trug der Hingebung und des grenzenlosen Hochmuts (über den schwarzen Brauen und unter dem rauhen Helm der roten Haare), traf es mich in einer unbeschreiblichen Erlösung:
nie habe gemischtes Blut von Franzosen, Juden, Aristokraten, Dichtern und Deutschen soviel wilde Schlankheit der Hüften und schmerzliche Verhaltenheit der schönen Nase in eine lückenlosere Harmonie des guten Weltbildes getragen . . . . . und der See hielt deinen Leib wie ein Schild mit inbrünstiger Entsagung gegen den von Schwärmen übersternten Himmel.
Weißt du . . . . . als an dem Tage, wo draußen an der Notbucht einer umschlug, und die Kreuzbö uns überfiel, zu dritt wir uns über Backbord warfen, es drückten, den Gesandten Teherans von zwei Meter Länge im Lee durch das schwarze Wasser zogen, und Maria, als es ums Sterben ging, das Focktau in die letzte Messingpumpe sog . . . . . wie dein Gesicht allein mir lohte.
. . . . . wie von dem Turm, wo nach dem Wasser einer wie ein Croupier, einer zum Land wie ein Rabe malte, jener Reiter, von Entzückung Illuminierter, dir die ganze Nacht Feuer über die Seezunge brannte.
. . . . . wie wir durch die Sturmnacht auf den Rädern um die Seebögen heimwärts rannten, und das Aleppogeträum des Prinzen und Bagdad und Pera unsere Herzen verband, als lägen wir Gesicht an Gesicht in deinem Haus zu Fiesole.
. . . . wie der große Geländeläufer, in Davos und Edinburgh gefeiert, dich schlafend morgens im Boot entführte und abends abreiste mit eingesunkener Schläfe