Was hilft es, wo sie scheidet.

Zinn, ruht die Sonne im Schneegestöber. Nur wenn der Hausberg aus dem Geflock schaukelt, flattert die Lichtflamme mit. Sekunden geht ein Mai auf, süß, voll qualvoller Inbrunst spiegelt, grün und hell, der Eisrücken, wie ein Bergstraßenwald morgens früh. Das gläserne Wunder verschneit.

Uga.

Sie kam, den letzten Abend mit Sneeboots, die die weißbeseideten Fesseln noch schmäler machten und mit ihrem Pelzrand dem Gang das Schleifende der großen ruhigen Raubtiere gaben.

Und als sie mit starrem Blick sich gegen den Wind wandte, um noch einmal in das Tal zu gehen, kamen die Heuschober auf sie zu aus der dunkelsten Breite wie früher die Hunde.

Als ich spielend die Leiter anlehnte an die erste Hütte, als Uga hinaufstieg und die leichte Biegung des Dachs erklimmte, den roten Schirm über sich, die Knie im Telemark gebogen, die Jägerin, mittel und fest gebaut und lächelnd, die Hundepeitsche in der Hand, . . . . . .

schien es, sie schritte durch das dichter gewordene Geflock über den Scheitel des Daches mit einer unnachahmlichen Stellung der Füße in den Horizont hinein.

Sie fuhr erst die Nacht. Aber ich fühlte in dieser Sekunde den Abschied so, daß mir keine Erinnerung blieb. Es befiel mich in diesem Augenblick nichts anderes als die Freude der Fische, als hörte ich alle ihre kleinen Herzen stoßweis schlagen, wie ihre bronzene Freundin zurückkam in den See und sie wie früher zärtlich zwischen ihren Brüsten und Knien spielten.

Die Brandlawine hat den Frühling frei gemacht, er kommt mit leichten Wolken nachgeschwommen. In die Freude der Wiesen fallen die Versammlungen der Enten, die das Geschrei der um die Pfützen gelagerten Hühner übersteigen. Die Felle der Angorakatzen sammeln am Hauskalk die Sonnenbündel, schnurrend vor Wonne. Heere von Bienen hängen am Aprikosenbaum und summen mittags in die Hänge. Die metallen schönen Giftmücken tanzen gegen die Scheibe. Den Ochsen treibt Glanz ins Fell. Zwischen den Schafherden, die den Horizont säumen, schleudern junge Bullen die Erde mit den Hinterhufen in die Luft. Bauern fahren, Lenz in den Nasen, schnuppernd in die verliebte Luft, Mist auf die Matten. Die Mädchen haben prall mit graden Beinen sich an das Stöbern gemacht. Die Häuser fangen an zu funkeln. Die Wölbung des Frühmorgens erhebt sich auf siebzig Vogelmelodien, seidig und langsam, wie ein Ballon.

Die Wandlung der Nächte, die Säfte der Erlen, der Glanz der Blumen treibt in das Blut: man kreist mit ihrem Leben. Man lauscht in sich dem Bach, dem Samtglanz über den Wächten, dem Blumenduften. Man horcht zurück aus dem wachsenden Baum, dem Bachgesumm, den Wespen Erinnerung heraus.