Er führte sie wieder in das Gewühl der Seinedampfer und brachte sie hinaus an die Grenze, wo Wiesen und Wind aus Büschen der Stadt entgegenkam.
Aus Blumen, Bäumen, Wellen formte sich dann etwas in sie hinein von seltsamer Kraft.
Etwas trat plötzlich in ihr Blut, das sie stark machte gegen ihn, ja ihn manchmal dunkel bedrohte. Staunend sah er, wies das, was er an sie heranbrachte, sich irgendwie gegen ihn verstärkt zurückwandte und ihn einem Zustand zuleitete, der ein tiefes Aufmerken und ein Anschlag in seinem inneren Hören war.
Ganz anders war Fontainebleau mit ihr, in neuer nie gesehener Landschaft sproßte St. Germain. Ihre Blicke hatten etwas Unverborgenes selbst für ihre eigenen Geheimnisse. Aber selbst ihre lässige schlanke Müdigkeit lehnte sich mit einer wilden Kraft, die ihr von Margueriten und Rosen und der Abendluft zuströmte, über ihn.
Als sie seine Geliebte ward, blutrot verschämt, mit dem Gedanken an ihre verstorbenen Eltern, wie sie gestand, und voll von einem sanften Entsetzen, war ihre Hingabe dennoch von so hemmungsloser Kraft, daß sie ihn mehr besaß als er sie.
Morgens fuhren sie nach Versailles.
Als er am Ende aller Stufen im Gras am See, der die Terrassen auffing, auf sie wartete, stand sie noch oben unter den hohen Schloßfenstern und wartete auf den Wildentenpfiff.
Dann kam sie.
Da fühlte er eine Veränderung schon, wie die erste Terrasse sie aufnahm und er begriff, wie das in sein Leben hineinfaßte und es bestimmte.
Er sah, wie alles sich plötzlich auf sie hinwandte, wie alle Menschen aus den Taxushecken, den besonnten Bosketts, den geschlungnen Beeten die Augen nach ihr hoben, wie die Natur fast in einer aussetzenden Sekunde sich ihr anschloß, See, Wiese und Guirlanden hineinströmten in diese abendliche Bewegung.