Die Marmorstufen, die rot und weiß unter ihren Schuhen sich streckten, dröhnten leisselig die Minuten, die sie herabkam, von Treppenfall zu Treppenfall gleich von sanft strömenden Kaskaden heruntergegeben. Es schien, als treibe alles ihr nach in dieses Gleiten.

Und ebenso, wie sie den von den quecksilbernen tiefen Schloßfenstern abgeblendeten roten Himmel mit sich herabzog, schloß sich an allen Stationen des Herabgangs das Vorhandene an sie an.

Die Delphine und Tritonen liehen ihr das Ängstliche ihrer kühnen Bewegungen. Diana drängte nach ihr den Busen. Die Königin der Frösche wandte die glühende Achsel herüber. Der Flötenbläser sah zitternd in stummer Betäubung zu ihr hinüber. Der rötliche Marmor Apolls selbst und die bronzenen wilden Tiere erregten sich in einer fiebrigen Minute und beruhigten sich wieder. Die Orangenbäume neigten in dem Vogelschweigen sich in eine flüsternde Brise.

Schmerzlich und verlassen standen die Göttinnen der unteren Terrassen und wandten sich hinter ihr in das Dunkel der Laube.

Und nun begannen in ihrem Rücken die großen Wasserspiele aufzugehen und sich tief in den Himmel zu drehen. Die Sonne hatte sich auf dem Teich niedergelassen und schloß mit den schaumigen Köpfen der tanzenden Fontänen oben zwischen zwei Vorhängen sie ab von der Welt.

Erschüttert frug er: „Wo ist Léon?“

Sie machte eine verhüllte Bewegung.

„Warum?“

„Weil ich dich liebte.“

„Tatest du es selbst?“