Je länger sie den Weg suchte, um so deutlicher suchte, rufend, sie nun ihn selber. Von Marmor zu Marmor sich windend, kam ihr aus dem Schatten sein Mund überall entgegen. Unter einem Bogen sah sie Sterne. Sie wand sich hindurch und trat durch ein zerfallenes Fenster auf eine Terrasse, darüber den Himmel.

Sofort spürte sie ihn in der vibrierenden Luft.

Sie wandte sich die Länge des Baus hinunter. Ohne daß ein Laut ging, fühlte sie ihn hinter sich.

Sie fieberte über die ganze Haut.

Sie lief die halbe Terrasse hinunter.

Dann faßten seine Hände ihre Schultern.

Mit gleitenden unentreißbaren Bewegungen riß er sie an sich, ihr Mund heiß und quellend bog sich an seinen, unter feinen Liebkosungen kam sie wieder zu sich. Sie waren sanft wie die der wilden Tiere.

Der Sand der Terrasse war warm von der Sonne noch wie am Meer.

Sie lehnte den Rücken gegen die Wand des Palastes, an der sich ihr Schatten groß und gelockert um sie formte. Er lag bäuchlings vor ihr, sein Gesicht zu ihrem erhoben, die Zähne frei, die Lippen befeuchtet. Seine Muskeln lebten alle, auch in der Ruhe war er gespannt. Sie sah auf ihn, hingegeben dem Bezwinger. Seine Gewalt und Wildheit, das Knirschen seiner Zähne, die Glätte seines Körpers machten sie wanken mit den Lippen nach ihm. Ihr Kopf war müde, er blieb an die Mauer gelehnt, unsichtbar bebten nur die Lippen.

Wieder in einer Pause ihres Bewußtseins lag er vor ihr. Sein Blick badete immer noch in ihrem Gesicht und sog einen Rausch daraus, der langsam seine Züge überzog. Um seine Pupillen gingen im Wechsel die Gefühle, die Augen erstarrten in glasigem Email. Seine Lippen bewegten sich einige Male.