Er frühstückte mit Riny, die ihn in heller Matinee, die Arme nackt aus Tulpenärmeln fallend, empfing. Er griff nach Nüssen und Mandeln, schenkte Riny Milch ein und reichte ihr die Früchte. Immer stand sie täglich vor dem ihr unbekannten neuen Gesicht. Nur aus dem Eckschlitz des Auges kam manchmal ein Blick der Unbeherrschtheit. Aber mit einigem Lächeln legte sie sein Gesicht frei. Es schmolz hin unter ihrem Gesicht, das sich ihm zuneigte. Kindlich ihren Augen vertieft lag er, wunschlos, verehrend vor ihr in den Fellen. Sein Blick legte Andacht und gütige Stille auf sie. Ein großer Schmetterling summte in das noch sommerkühle Morgenzimmer, vor dem die Stille des weiten Sees sich breitete. Hin und wieder flüsterte er ein leises Wort, das ihr gut tat, hinauf, während ihre Augen ineinanderhingen in einer klaren Vereinigung.

Widerwillig ging er von ihr den Morgen, noch aus der geöffneten Tür ihr traurig winkend, zurückkehrend und sie noch einmal zärtlich küssend, sein Mund dann verzog sich schmollend. „Chéri,“ lächelte sie und zog ihn zärtlich an sich zurück, „bleib hier“.

Aber dann ging er trotz ihrem Lächeln, diktierte, ließ sich umkleiden, empfing. Erst am Abend holte er sie, in die beruhigtere Landschaft mit den Pferden hinauszureiten.

Am Morgen eines festlichen Tages bat sie ihn, eine Audienz sehen zu dürfen, aber er wich ihr aus, indem er sie vertröstete, es ging gegen sein Gefühl, daß eine Frau so sehr eindringe in all seine männlichen Dinge. Er sagte ihr keine Unwahrheit, aber er belog sie mit jeder Bewegung. Sie sah ihn an und ging an seinem zugeschlossenen Gesicht hinaus aus dem Zimmer, nahm ein Buch in dem anstoßenden und pfiff eine leicht wiegende Melodie.

Er stand in der Rampe des Vorhangs, die Augen grün auf sie gerichtet.

Sie sah nicht auf, empfand Angst, wie jedesmal, wenn das räuberische Tier in seinem Blute aufstand.

Aber sie kannte die Gewalt ihres Körpers. Sie gab nicht nach und spielte mit ihrer Furcht. Er kam langsam herein und machte sich zu schaffen an einer Falte des Teppichs. Zweimal ging er auf und ab am Zimmerrand.

Dann hingekniet neben ihr:

„To . . .“

Sie streichelte ihn über den Kopf. Seine Knabenlippe schaute voll Unschuld zu ihr hinauf. Sie vergab. „Du bist schön,“ sagte sie, tief in seine Augen schauend. Er strahlte.