Am Mittag sah sie die Audienz, hinter einem großen Schirm aufgestellt. Die Zeremonie ging rasch vorüber. Als der Saal leer war, ging sie neben ihm durch den Saal.
Sie sah ihn von der Seite an, dann stieg sie auf einen Thron und fuhr mit der Hand über das Polster. Es lag auf einem springenden Jaguar aus Silber, der nach oben brüllte, wo, abschließend, die Flügelbreitung eines Vogels stand, aus dessen Schnabel ein Dolch herabfiel, schaukelnd im Gleichgewicht mit Rubin und Karfunkel.
Er hielt ihre Hand sie zu stützen, sie fühlte, daß er unmerklich zog. Rasch sah sie in sein Gesicht. Es war verschlossen, ohne Ausdruck. Ihre Brauen zogen sich zusammen. Da kam langsam ein heller Schimmer in sein Auge.
Sie zogen dann im langsamen Trab durch die Gegend den Fluß entlang, dessen Schilf sacht aufrauschte. Ein Reiher hob sich in den Himmel in langen sicheren Zügen, die Luft war sehr klar, sie atmeten mit geweiteten Lungen und sahen sich froh an, wenn sie sprachen.
Gegen Abend bemalte der Horizont sich rot und die Luft bekam Dichte, die Dämmerung fiel mit Schwüle, ihre Haut wurde feucht unter den Kleidern, den Worten benahm die Luft die Sicherheit. Von fern im Bogen anreitend sah Riny die Lichter einer Niederlassung, zwei Meilen von der Stadt, die sie nicht kannte, deren Kerzen sich schön im Flusse spiegelten.
Sie frug darauf deutend, er murmelte einen gleichgültigen Namen. Sie sah die Lichter flimmern und erstaunte sich über das unbekannte Bild. Sie bat ihn hindurchzureiten, er schien es nicht zu hören, so lenkte sie die Pferde von selbst.
Er sah sie an mit einem unbeschreiblichen Blick. Seine Augen waren so voll Sehnsucht und leuchtend in der Schwüle, daß er nicht wagte, sie zu reizen, die ihn mit kühler Miene ansah. Er suchte sie abzubringen vom Wege, er hoffte, daß sie es vergäße, aber sie folgte seinem Pferd nicht, seines vielmehr schloß sich an das ihre dicht an.
Er konnte es nicht sagen.
Er hatte wenige Geheimnisse vor ihr, aber dies widerstand ihm. Er brachte seine Zunge nicht dazu. Doch gab er sich Haltung und folgte in Unabänderliches, führte es durch, schob den Turban ab und band im Reiten ein Tuch um die Stirne, dann stieg er ab und half ihr herunter und band die Tiere an einen Pfahl.
Zu Fuß gingen sie voran, alle Hütten waren erleuchtet, aus dem Stroh und dem Bambus glitzerten die Kerzen still und andächtig. Schatten bewegten sich in der Straße.