Erschüttert von ihrem Geben lag er neben ihr und schon wieder verschmolzen seine Augen mit ihren in einem unzerreißbaren Zusammenhang.

Er kämpfte, sie in den Armen haltend, um den letzten Rest ihres Leibes mit allem seinem Gefühl, daß, über ihn gebeugt, sie sagte, was sie noch nie aus Furcht zum Wort gegeben:

„Tiger.“

Sein Auge färbte sich einen Augenblick zarter.

„Du wirst dich töten,“ sagte sie.

„Es ist besser als anders zu leben.“

Spät, als der Mond aufging und seine Lippe sich in seinem Licht beruhigte, streichelte sie ihn.

Aber dies beruhigte ihn nicht. Sein Gehirn empfand sie anders wie jede Frau, die er bisher gekannt, die in seinen Harems, ihn erwartend, ihm hingegeben lagen, ohne Widerstand. Er sah sie, erschöpft, in all ihrer Freiheit, in allem, womit sie, ihm widerstehend aus ihrem Innersten, ihn fesselte und erhob. Nie sah er sie anders, als ihr Gesicht auch allen anderen weisend. Ihn zerschlug der Gedanke, daß sie wie in seinen, in anderen Armen gelegen. Was er bei anderen Frauen natürlich nahm, ohne einen Gedanken, verwuchs sich ihm zu Bildern, die sein Erleben in Tiefen trugen, die ihn in allen Gliedern durchliefen. Sie lag, die Augen frei und sicher auf ihn geheftet.

Sie fand ihn schön.

Allein er empfand die unsägliche Trennung von Geschlecht zu Geschlecht an ihr zum ersten Male und stand an dem Dunkel, das nicht sein Arm durchbrach, das sein Herz nicht bebend überbrückte.