Doch sehe ich hart danach, bleicht es erschrocken zurück.
Es gibt nichts, was mich verwirren könnte im Umkreis, Gefahr erschreckt mich nicht. Ich höre auf zu denken und spüre, wie es irgendwo in mir bebt. Ich laufe auf und ab. Es ist heiß, ich gehe im Schlafanzug hinauf, höre die Matrosen, die an ihre Weiber denken, summen. Der Seewind macht müde, ich schlief am Geländer, bis die Möven kamen. Sirola stand schon vorne und fütterte sie und lachte, wenn sie, sausend herabgeschossen, vor ihm mit nach oben gestreckten Beinen erschreckt und gierig am selben Fleck flatterten.
Abends sahen wir Leuchtfeuer über der Ostsee und kreuzten, hörten ein Motorboot einmal, glitten durch ein Gitter von Scheinwerfern, die uns nicht ganz erreichten und kamen südlich von Abo auf das finnländische Ufer.
Das Schiff fuhr nach Helsingfors weiter.
An der St. Heinrichsquelle trafen wir Svinhufvund. Er nahm die drei anderen Finnen gleich beiseite, Gunnaris winkte mir entschuldigend mit den Augen, ich blieb eine Weile allein. Mittags erst erfuhr ich, daß deutsche Battaillone in Hangö und Lovisa gelandet seien, Helsingfors genommen und die Arbeitertruppen in Haufen erschossen hätten.
Sirola zog einen Kreis mit dem Finger.
Die Roten waren zwischen der Linie des General Mannerheim mit der weißen Garde zwischen dem bottnischen Meerbusen über Tammerfors bis zum Ladogasee und den Deutschen im Süden eingeklemmt und gegen Rußland zu im Sack.
Svinhufvund erklärte, die Luft sei rein und unschwedisch, wir bummelten in Abo, saßen im Café. Plötzlich wandte sich Gunnaris um, zog uns mit ins Innere und durch den Garten heraus. Durch die Mauer an der Ecke sahen wir schwedische bürgerliche Freischärler mit den Schafpelzuniformen in das Lokal stürzen. Wir verbargen uns.
Abends ritten wir, da die Finnen auf jeden Fall in Verbindung mit Tokoi und Haapalainen kommen wollten und ich diesen ein Papier mitgeben wollte, strammen Schritt südlich gegen die russische Grenze zu. Die Finnen hatten viel Ernst in ihren unbekümmerten Gesichtern. Die Gäule waren bös, aber wir kamen bis zu dem Gut Mommila, wo wir am Vorwerk abschnallten, im Heuhaufen etwas ruhten und in der Dunkelheit noch weiterritten.
Gegen Morgen sahen wir die Pörtten eines Dorfes. Sirola rührte an den Donnerkeil über dem Eingang und stieß mit dem Absatz die Tür auf. Dreckige Leute lagen über den Boden hin. Die Wände schwarz vor Rauch. Ein schwitzender Finne rieb sich die Augen, und als er sah, daß wir den Keil berührten, stand er, einladend, auf. Sie plauschten mit ihm, hielten die Finger auf den Mund und nickten ihm zu. Er bejahte und bürgte mit einer Bewegung für die anderen. Wir hielten uns, da die schwedischen Freischärler Gunnaris erkannt hatten, versteckt, denn wir waren ohne Zweifel signalisiert. Unser Aufenthaltsraum in der Hütte war abgesperrt, es stank entsetzlich.