HET GETIJ (AMSTERDAM):

„Die doppelköpfige Nymphe“ ist die Urteilssammlung heftigster Prägung über alles heutige deutsche Dichten und Schreiben, ebenso umsichtig wie verantwortungsbewußt. Eine solche Überlegenheit, daß die Erbübel des deutschen Sagens „Ungefährsein, Träumerei, Zufälligkeit“ fast hinschwinden.

NIEUWE ROTTERDAMSCHE
COURANT (ROTTERDAM):

Ein Blick auf Kasimir Edschmids Werk zeigt mehr wie alles Theoretische über die neue Richtung des Romans. Die Frage, was sie in Deutschland will, kann im Weggehen über die zeitlichen Zusammenhänge und in dem Eindruck von einem gewaltigen, durchdringenden Lebensgefühl durch den Roman „Die Achatnen Kugeln“ glatt beantwortet werden.

PESTER LLOYD (BUDAPEST):

Die „Achatnen Kugeln“ eine mächtige Kurve durch Himmel und Hölle des modernen Diesseits. Ein bis zur Utopie modernes Werk. Übernational nicht infolge Milieus, auch nicht infolge politischen Bekenntnisses, sondern infolge eines köstlichen Mischblutes; hispanisch des farbentrunkenen Auges helldunkle Glut, gallisch der Linienführung federnde Eleganz, germanisch der Gestaltung eiserne Konsequenz, angelsächsisch des athletischen Körpers Zentraleinstellung, skandinavisch aller menschlichen Brandung helle Keuschheit. Des Werkes prägnanteste geistgeschichtliche Definition: der Gegenpol Dostojewskis.

RUDOLF FRANK
(FRANKFURTER NACHRICHTEN):

Schon nach den ersten Abschnitten der „Doppelköpfigen Nymphe“ drängt es Zeugnis abzulegen, daß hier ein Geist spricht, denkt, schildert und scheidet, wie ihn deutsche Literatur nur selten, ganz selten unter ihren zahlreichen Beurteilern fand. Seit Kerrs gesammelten Schriften kam kein Werk, das deutscher Literatur mit so untrügerischem Instinkt, mit so treffendem Verstand, mit so umfassendem, durchglühenden Gefühl und bildnerischer Kraft entgegenblickte als Edschmids „Doppelköpfige Nymphe“. So schreibt ein Dichter Literaturgeschichte. In fünfzig Jahren wird man diesen Edschmid einen deutschen Klassiker nennen.

CARL STERNHEIM
(TRIBUNAL):

Ich habe Ihren Roman „Die Achatnen Kugeln“ in einem Atem gelesen. Sie stehen mir mit seiner Vollendung kameradschaftlich vielleicht von deutschen Dichtern der Gegenwart am nächsten. Eine Elementarkraft deutscher Dichtung. Nicht bravo — aber Hosianna!! Ihre Sprache ist stellenweise zum Weinen schön. Es gibt Sätze, wo ich kein Vergleich mehr bin. Aber Baudelaire ist es. Ich bin glücklich, einem Mitschaffenden sagen zu können: Ich danke. Das ist wunderschön. Indem ich Ihnen dazu, weil ich weiß, welch hohen Ehrgeiz Sie haben, als Älterer die Hand drücke, bin ich sehr mitbeteiligt an der siegreichen Durchdrückung Ihres Werkes gegen die zu erwartende Dummheit und Faulheit deutscher Kritik.