SALOMON: Hier sitze ich. Mönch sollte von der Mutter her ich werden. Man schlägt mich. Ich besorge die Geschäfte. Habe ich nicht mehr Hirn wie diese alle? Man tritt mich. Und ich fühle mich wohl. Sonderbarer Mensch ich. Singt: „Ach Gottsche, schenk mern Hambelmann, un e Kordel dezu, daß er zawwele kann.“ Und doch reicht meine ganze Hirnhaut nicht aus, zu ahnen, wie dieser Tag ausgeht. Etwas Wichtiges muß fehlen bei mir. Au Backe! Aber was?
KEAN kommt aus dem Nebenraum, geht durchs Zimmer, ohne Salomon zu beachten.
SALOMON: Die Siegel sind entfernt. Die Schuld ausgelöst. Unbekannterweise.
KEAN: Das Gerücht von meinem Wahnsinn läuft weiter.
SALOMON: Ich fürchte nur, daß diejenigen, die es nachträglich glauben sollen, nicht von seiner Dauer zu überzeugen sind.
KEAN: Ich habe nicht das Gefühl, gestern ein vernunftbegabter Mensch gewesen zu sein, da ich es bis gestern wahrscheinlich überhaupt nicht war.
SALOMON: Dann muß Ihre Normalität ihren Geburtstag mit Prozessen, Kerkern, Verfahren beginnen.
KEAN: Kümmre dich um deinen Kopf. Man fällt nicht so heftig auf die Rampe, ohne daß man aus seinem Kostüm herausrutscht. Die Listen?
SALOMON: Sind aufgelegt. Die Einzeichnung der Krankenbesuche gemischt. Adel keiner. Bürger wenig. Viel kleine Leute.
KEAN: Keine Frau? ... Nein ... Ich bin doch wahnsinnig.