DAISY: Warum haben Sie das getan?

KEAN: Du wolltest dich töten, Böse. Ich liebe dich doch. Ich liebe dich doch.

DAISY: Sie haben mich eben noch zurückgestoßen.

KEAN: Kann man so vielem widerstehen?

DAISY: Sie übereilen sich. Sie übereilen Ihr Herz.

KEAN: Nicht mehr. Was ist das Stückchen Stolz, das sich gegen dich wehrte, gegen dieses Maß an Stolz, das du ohne Bedenken verschwendest.

DAISY: Was habe ich denn getan?

KEAN: Daß ich dein Herz an meine Brust schlagen höre. Ich bin zu Haus. Das ist alles.

DAISY: Was hast du an mir?

KEAN: Ich muß offen sein, um mein Leben zu erzählen. Ich habe nach einer Jugend, von der ich nicht reden will, die Möglichkeit gehabt, alles zu besitzen, was gelobt wird. Ich lebte wie ein Herr und nahm gläubig alles, was Glück zu sein schien. Ich habe an Frauen kein geringes Teil meines Lebens gehängt und in guten Schlössern übernachtet und Fische in Parks gefangen und mit den besten Leuten meiner Rasse Verkehr gehabt. Ich habe dies nur für einen Teil des Lebens gehalten und nicht zu hoch geschätzt und habe in Kaschemmen geschlafen und keines niederen Menschen Los nicht auch geteilt. Es kam mir zu, daß ich glaubte, das Leben zu kennen, denn ich war wohl tapfer und auch feig, das wußte ich, sondern auch klug und töricht. Ich befahl und richtete sowohl, als ich unterwarf mich und wurde geschmäht. So konnte nicht fehlen, daß ich mir dachte, daß ich das Leben kenne und es auch umspanne, ja ich hätte vielleicht gedacht in manchen Minuten, daß ich weiser sei als viele, ohne dabei zu denken, daß ich Hochmut treibe. Aber ich habe sicher nie gewußt, was an Glück das Dasein zu geben vermöge, denn ich habe die Gelegenheit, daß es der Probe nicht gewachsen ist. Es mußte das Seltsame sich ereignen, daß mir das Ganze leblos aus der Hand fällt, und daß ich, von der Reinheit der Absichten eines Menschen erschüttert, von solchen Schlägen getroffen dastehe, daß alles um mich herum wie unter Gewittern fällt.