KEAN: Unmöglich.

PRINZ VON WALES: Sie fährt im Wagen eben durch die Stadt.

KEAN: Wie kann sie das?

PRINZ VON WALES: Durch mich. Durch meine Leute. Meinen Befehl. Durch meine Leiter, mein Boot, meine Voraussicht. Meine Hand war um sie, von Anfang an.

KEAN: Sie haben mich erlöst. Ich beuge mich. Ich habe sehr verloren. Ich erkenne Ihren Sieg an, neidlos. Es ist Zeit, daß wir zur Ruhe kommen, um den Anfang gut weiter zu führen. Zu Daisy: Denn ich habe ein Herz entdeckt.

PRINZ VON WALES fast herrisch: Schauen Sie mir in das Gesicht. Lassen Sie die Pupille nicht von meiner. Dann wissen Sie, Herr, daß Sie den bedeutenderen Sieg errungen haben. Daß Sie am Beginn einer größeren Weisheit stehen. Ich neige mich. Verlassen Sie die Stadt. Man wird Sie als einen anders Gewordenen zurückrufen. Entfernen Sie sich mit Eile aus dem Umkreis. Gehen Sie. Ich wünsche nicht, das Sie etwas hinzufügen.

Schluß des fünften Akts.

PERSÖNLICHES ALS NACHWORT

Das Schauspiel mein Stück zu nennen, ist vielleicht kühn, aber nicht ohne Berechtigung, wenn es nicht noch toller wäre und nicht ohne Torheit, es eines von Dumas zu nennen. Dumas ist ein verteufelt armes Luder, weil er tot ist, und ich habe keinen Orgueil an der Frage. Man kann auf ihr wie eine schöne Frau auf einem Dagobert die gewagtesten Positionen einnehmen. Ich überlasse die Lösung meinen kleinen Feinden, die mir seine Fehler vorzuwerfen nicht ermatten werden und auch mit Sicherheit bereit sind, meine Vorzüge in sein Talent zu jonglieren.

Was mich an dem Schmarrn des Franzosen reizte, war das Genialische, das auch im Kitsch noch zuckt als Geste und Kerl und Blut. Ich hatte wahrlich nicht den Ehrgeiz, mich von dem Schmiß der Sache zu einer neuen Sache locken zu lassen, da ich ja die Freiheit und Möglichkeit wohl hätte, von mir selbst mich zu allen möglichen Stücken reizen zu lassen, und ich hatte keineswegs die Lust, den Franzosen zu schlucken, sondern die Absicht, ihn zu vervollkommnen und diesen verruchtesten und geliebten Reißer zu einem neuen Stück von Haltung zu machen. Es ging weniger um die Polierung, eher um das Fundament, und gewiß nicht um eine Bearbeitung, sondern bestimmt nur um Theater und um sicher besseres Theater, als in zehn dünnseeligen Geiststücken meiner immer abstrakter vom Blut wegwandernden Generation.