GRAF KOEFELD: Unverzeihlich. Sabotage des Bluts. Demokratisierung der Gesellschaft. Die Phalanx der Jahrhunderte wird ruiniert.
HELENE: Daisy Miller. Jenes Mädchen, dessen Dauerhaftigkeit uns erstaunte, vis-à-vis unserer Loge, im Theater.
GRAF KOEFELD: Sie hätte unsere Standhaftigkeit mit größerem Recht bewundern können. Das Amt telephoniert ab neun nur noch nach Drury-Lane. Im Theaterportal Attachés. Im Foyer Sekretäre. In der Loge die Post.
HELENE: Ich bat Sie nie um Ihre Begleitung. Von heute ab erübrigt es sich, davon zu reden. Ich besuche das Theater nicht mehr.
GRAF KOEFELD: Neues Arrangement schon vorbereitet. Es kommt dann zu Ihnen. Die Dekoration nur ist ausgewechselt. Kean ist zur Soirée geladen.
HELENE: Kean?
GRAF KOEFELD: Kean. Ich verstehe. Sie zucken zusammen: ein Komödiant. Ich finde es abscheulich. Allein: Wunsch des Prinzen von Wales. Kann ich es abschlagen? Unmöglich. Immerhin Wunsch des zukünftigen Königs. Ich lud sofort.
HELENE: Ich empfange die bitterste Beleidigung, der ich seit meiner Verheiratung ausgesetzt war. Ich empfange sie von meinem Gatten.
GRAF KOEFELD: Ihr Gatte ist Ihr tapferster Verteidiger. Jede Stunde. Unbedingt zu rechnen. Ich stehe wie Thron und Altar.
HELENE: Sie empfanden nicht einmal das Bedürfnis, mich zu befragen. Ihren Salon repräsentiere ich, nicht Sie.