Sie schritten durch den Busch und gingen über eine Gegend, die verbrannt war, dürrer als Wüste. Erdhaufen bogen sich wie Wellen. Risse durchfuhren den Boden. Trockene Büsche klebten am Rand der Steigung. Kalekua packte seine Hand. Sie kletterten über eine Lavadüne, bogen und stiegen eine kleine Terrasse hinunter.

Der Boden senkte sich tief und lief in mächtigen Kurven sich verschlingend um einen Streifen Wasser, der sich tief ausdehnte, den wieder Zungen und Wellen Landes durchstießen und sich so zum Horizont verloren.

Aus dem Wasser brachen Kegel wie spitze Maulwurfshügel. Aus ihren Röhren stieg lautlos weißer Dampf. Es waren Hunderte von Kegeln. Einer spritzte Gelbes aus seinem glasdünnen Schlund.

Kalekuas Hand führte ihn weiter. Vor ihnen ging der Gezeichnete. Sein Rücken zitterte.

Jean François schritt federnd und leicht. Sein Herz stürmte in eine große Erwartung. Seine Augen streiften ein großes Erlebnis über den Tag und hungerten danach.

Sie stiegen wieder. Es wurde glühend vor Sonne. Die Erde tat den Sohlen weh. Nirgendwoher kam ein Wind.

Dann tauchte eine Mauer auf, die den Bergrücken herunterlief in einem langen und leeren Bogen. Auf ihr war ein Holzstamm rund gehauen aufgestellt mit vielen schmalen Rinnen, die nach unten liefen. Darauf hockte, halb stehend, eine Figur. Sie war in die Knie gebeugt mit einer Knickung, daß die Schenkel wollüstig und breit anschwollen. Die Arme waren dünn und verkürzt leblos nach der Erde gehängt. Die Brüste waren klein und saßen dicht unter dem Hals. Der Kopf bestand aus einem einzigen wüsten Rachen und trug einen Helm, dessen Schweifung sich in einer Raupenfahne bis zum Becken hinabzog.

Sie machten einen Bogen und traten dicht an der Bergwand in einen Gang. Zuerst war es dunkel. Dann sonderten die Wände ein Licht aus, das mit einem matten gelben Schein die Höhlung durchdrang. Die Luft war weich. Kalekuas Daumen strich über den Ballen seiner Hand. Das gelbe Licht aus den Mauern verdichtete sich zu phosphorischem Glanz.

Eine Stimme scholl ihnen entgegen, die seinen Schritt hemmte. Aber Kalekua trat vor ihn. Er fragte: „Kalekua? Am Ziel?“ Sie drehte sich halb und sagte: „Der Priester, der das Kommende weiß,“ und zog an seiner Hand. Sie waren in einem runden Saal voll von dem Licht. In der Mitte stand ein Gehäuse, oval und derb geschnitzt, mit Gitterung in der Hälfte der Höhe.

Kalekua deutete auf ihre Federn, wies mit beiden Händen darauf und sagte: „Zur Königin.“