Allein sie erstickten ihn mit Küssen. Schwer gepeinigt und ihrer Treue doch wieder süß entgegengebracht, schrieb er zwischen ihren Umarmungen und Scherzen einen Brief an die Herzogin, schrieb: wie sehr sein Sinn sich in das Hohe treibe und wie rasch er falle, denn sein Blut ziehe wie ein Blitz. Doch immer sei sein Herz voll Inbrunst.
Als die Dirnen den anderen Tag zurückwanderten, sah er ihnen nach, die den Brief trugen. Sie hatten schöne Beine, er sah es wieder.
Dann aber weinte er auf dem Rasen sitzend, denn die Welt war weit zwischen ihnen und der Heiligen, und die Brücke des Briefes zwischen ihnen schmal.
In der Nacht verschwand er, ohne die Zeche zu zahlen.
Am Waldrand hob er, aus dem Schatten noch einmal tretend, die Hand steil gegen die Stadt.
Dann brach er in das neue Land vor ihm hinein, gestärkt im Inneren und festgefügt in der Entschlossenheit, daß sein Leben in großes Maß hineinwachse und gleichschwingenden Strömen sich füge.
Ihm, der nie die Stadt verlassen hatte, war Wandern unbekannt. Nie kam Gesang in seinen Mund. Sein Gang bewegte sich erfüllt vom Rhythmus seiner Gefühle. Kaum daß er, aufgescheucht, die Landschaft knapp musterte und in sich sog.
Einmal dachte er zurück und sah sich wie ein entferntes Spiegelbild, bunt gekleidet, auf einer Straße den Kopf sanft gesenkt, weither durch ein unbezirkbares Gitter von Bäumen herkommen.
So erfüllte sich diese Zeit an ihm mit Stille.
Abends betrat er Sonntags eine kleine Stadt. Auf dem Platz glänzten viele Lichter. Zwischen zwei Bäumen zog sich ein Seil mit Tanzenden. Er mischte sich am Ende des Spiels unter die Gaukler. Sie kamen ins Würfelspiel. Trinkend und sich frei gebärdend traf ihn die lässige Haltung dieser Menschen beglückend. Das selbstgefällige Wiegen der Frauenhüften, die breite Sicherheit der Männer und beider geduckte Klugheit gaben ihm Wohlgefühl. Er schloß sich ihnen an.