Er versuchte es zu zwingen, daß er die Fürstin sähe.

Er ritt mit einem großen Hengst klirrend auf die Brüstung vor dem Schloß, warf den Arm auf und schrie hinauf nach den Fenstern: „Du Hure.“ Doch niemand nahm Acht davon. Da schäumte er und schwur bei seinem Gedärm und den Wunderzeichen von Compiègne, daß er die Fürstin besitzen werde. Doch der sonst menschenvolle Platz war ausgestorben, und kein Fenster öffnete sich, keine Strafe kam.

Nun bestach er die Wachen mit Geld von verkauften Reliquien (deren Handel er großzügig an Europäer betrieb) und verführte liebend und mit Gesang Dienerinnen des Palastes, es war umsonst. Hingenommen von seiner Aufgabe, überließ er seine Tapferkeit den Heerführern der Fürstin, streifte durch unerhörtes Gebiet, sah Tier, Waffen und Mensch, die er nie erahnte.

Als Belohnung erbat er, die Fürstin zu sehen, deren Ruf er, singend, in die Levante hinein erhob. Er bat, befahl und drohte. Es war umsonst.

Da ließ er, geruhiger, vom Trotz und lebte still verehrend in der Nähe des Palastes. Bald bekam er von ungefähr, ohne daß er die Hand nun danach streckte, eine Stelle in den Anlagen. Monate diente er, indem er Sklaven beaufsichtigte. Eines Morgens, als die Aussichtslosigkeit seiner Sehnsucht ihn bedrückte, in Verzweiflung und Ungeduld, schlug er eine junge Sklavin, daß sie schrie.

Während er schlug, erstarrte sein Arm. Ruhe überkam ihn mit strömender Gewalt. Er drehte sich.

Über eine Terrasse schritt eine Frau herunter, ganz in hellen und roten Farben. Ihr Gang betäubte ihn. Langsam verlief das Bild nach der Seite des Wegs. Er breitete die Arme hoch.

In diesem Augenblick wandte sie sich um. Ihr Gesicht strahlte kurz herüber. Der Garten begoß sich mit Licht.

Villon fiel nieder, demütig die Hände gefaltet. Sein Herz neigte sich. Er weinte in die Hände über seine Schlechtigkeit. Als er aufsah, machte die Fürstin eine leichte Bewegung dahin, wo wolkenloser Himmel stand, und ihr Bild erlosch hinter Gebüsch.

Drei Jahre sog Villon Kraft zu stiller Tätigkeit und Leben, das nach der Höhe des Herzens zielte, bis eine Pest die ganze Landschaft überzog und die Fürstin mitnahm.