Da sprach eines Abends ein reisender Lombarde von der Fürstin von Tripolis, die niemand noch sah auf der Welt, und deren Güte und Schönheit an kein Maß reichte.

In dieser Nacht schlief Villon schlecht neben seiner hochbusigen Frau, und in den folgenden kämpfte er verbissen gegen sich selbst.

Am Mittag des vierten Tages ging er an das Meer, über dem die Sonne lag, und da überfiel es ihn. Als werde er leicht und verliere sein Gewicht, erschien es ihm; der Himmel wurde heller und weißer, und es vollzog sich eine Klarheit des Gesichts in ihm, daß er bestürzt zu Boden fiel. Wo er gedacht hatte, sein Leben beschließe sich in ruhiger Niedrigkeit, entstieg es ihm steil und seinem Willen und wuchs in das Lichte des Himmels hinauf.

Taumelnd durchlief er die Straßen bis zum Abend, nahm dann viel von dem gesammelten Geld und verließ die Stadt.

Ein Schiff fuhr ihn. Das Meer glänzte. Die ferne fremde Küste schwebte ihm entgegen. Als er ausstieg, war sein Herz nach oben hin beschwingt . . . nach Herrlichem lüstern, Gutes zu tun bereit, seine Seele voll Verachtung auf das Seither.

Der Strand war ungewohnt herrlich. Indigofarbner und blauer Zindel stand in den Gärten. Pferdestimmen riefen. Hörner und Klarinetten ertobten aus den Zelten.

Er mischte sich unter die Menschen. Doch hier war nicht das Hoflager der Fürstin. Tagelange Reisen brachten ihn zu ihrer Stadt.

Er fragte ihren Palast. Er klopfte an.

Allein die eiserne Tür bewegte sich nicht. Er sang und rief und trotzte. Doch sie blieb ihm verschlossen. In wochenlangen Listen erschöpfte sich sein Hirn, aber keine Klugheit brachte ihn näher. Er lernte die Sprache des Landes und die Dialekte der Städte. Er wurde schwach und wich vom Pfade der Sehnsucht und besaß geringe Frauen, aber sein großes Gefühl erzitterte nur sacht unter ihnen und warf sich in weiter Flut von neuem nach der Fürstin.

Als er heißköpfig von Wein eine Nacht mit Edelleuten aus der Bretagne würfelte, spotteten sie auf seine Sehnsucht. Im Zweikampf ringend auf bretonische Art warf er den einen, der andere aber besiegte ihn. Da spie er ihm in das Gesicht vor Wut, daß dieser seine Hoffnung zertrete und auch im Gottesurteil über ihm sei.