Er beschenkte Villon mit dem Goldenen Vlies.
Wenn er trunken war, überschüttete er Villon mit Wein und schlug ihn, Villon, der dann zitterte, der sonst glänzend an der Spitze seiner Kavalkaden ritt.
Je mehr aber sein Leben im Äußeren aufstieg, um so größere Sehnsucht trieb ihn weiter. Gefühl nach Ruhe war langsam in ihn gekommen, wo sein Haar mählich über dem herrlichen Kopf erblich. Doch die Unrast, die ihn trieb, war, wie wenn er einem blinden Stern gehorche, der ihn magisch zu sich führte aus einer unbekannten Dunkelheit her.
Geringer wurden seine Nächte. Der Schlaf schrumpfte. Es zog und zwang.
Da gab er nach und ritt auch aus dieser Stadt. Er wußte nicht wohin.
So kam er nach Paris.
Er ritt hinein. Sein Kopf erdröhnte. Das war die Stadt Villons, die Gärten der Jugend, Gassen und Tavernen. Er faßte nichts und ritt.
Sein Pferd hielt an. Wie einen Schlafwandelnden riß es ihn aus der Betäubung. Er sah durch Nebel und Erinnerung.
Sein Tier hielt vor dem Schloß der Herzogin. Doch sie kam nicht das Gitter heruntergeschritten mit den vergoldeten Staketen. Keine Handbewegung erfüllte den mittäglichen Garten. Er wartete und kehrte um.
Fliegenden Mundes durchstürmte er die Keller, die Kneipen der Stadt. Er gab ein Schauspiel für viele in den Tagen dieser Suche und Fahrt. Er trug den Orden des Goldenen Vlieses durch die Spelunken verkommener Akteure und Mörder. Gier, Altes, Bekanntes zu sehen und zu befragen, trieb ihn rastlos. Doch er traf keine Seele, keinen Kopf, von dem er wußte. Vertraut und dennoch durch die fehlenden Menschen unsäglich entrückt, kamen ihm Bänke, Schilder, Räume ins Gesicht. Die Kirche Notre Dame jagte er vor Angst vergehend hinaus.