Es hieß aber, was er sagte: „Fast hast du Gott erreicht.“

Aber Villon antwortete darauf ganz ruhig: „Du hast recht, aber ich will nicht mehr. Ich erreiche sie nicht, die kleine Spanne, die fehlt. Gott erkämpfen, gelingt mir nicht. Du weißt es, wenn du mich kennst. Gott soll zu mir kommen, denn er kann über mein Blut, aber ich kann es nicht. Gott soll sich entwickeln in mir, bis er reif ist. Ich will ihn nicht stören und verhindern, nicht in der Andacht, nicht im Gemeinen. Die Dinge sollen laufen. Ich schalte mich aus meinem Blut.

Gott soll mich suchen. Ich suche ihn nicht mehr. Ich warte.“

Und auch der große Ruf des Engels im Traum, der ihn, dem Lichten zu, sich gleiten zu lassen befahl, schien ihm, über das Blut und seine Gesetze hinaus, in diesem Sinne beschlossen zu sein.

Aufstehend legte er die Arme der Herzogin im Kreuz über die Brust. Dann nahm er Öl und Chrisma und salbte seinen Scheitel wie einem Neugeborenen.

Langsam ging er aus der Kirche, nach Ruhe gierig, und sonst nichts.

Diesen Ort verließ er. Hier lebte es sich nicht länger.

Er ging durch den frühen Morgen, der noch dunkelte, hinab zum Fluß.

Einmal noch wandte er sich, und wie er den Arm steil gehoben gegen Paris, so hob er ihn rückwärts gegen sein ganzes Leben, weniger in Drohung und Trotz, aber voll Ablehnung. Es hatte ihn zu keinem großen Abschluß geführt, darum galt es ihm nicht, so voll und reich es auch war.

Allein schon wurde ihm dies unwesentlich, da er nach Kampf nicht lüstern mehr war.