Hadschi berlas lag nackt auf seinem Lager, schlafend, die Hand auf dem Nacken der Frau, die er für diese Nacht gewählt. In der Ecke stand eine Lanze. Timur hielt die Spitze in die Lampe, bis sie knisterte, dann stieß er sie der Frau durch die Brust. Seine rechte Hand schlug einen Säbel in den Hals des Oheims, die linke riß den Kopf weg, und, den der Frau dazunehmend, erstieg er einen Turm, ließ die eisernen Rasseln sich knirschend drehen und stellte sich auf die Galerie.

Die weiße Nacht ging gegen das Ende. Er schwang die Köpfe im Kreis und rief sich zum Chan aus. Seine Stimme klang zum erstenmal rollend über die Dächer. Aus den Hälsen fiel klatschend Blut auf die Straßen.

Der Astronom Guines trat auf das Minarett der Moschee und rief über die Stadt ihm zu: „Bewahre die große fernhin schmetternde Trompete.“

Am Mittag zogen die Emire in die Ebene. Sie warfen die Mützen in die Luft, schwangen die Gürtel über den Rücken. Sie warfen sich auf den Bauch, die Sonne anzubeten, und huldigten durch neunmalige Kniebeugung dem neuen Chan. Ein Prinz reichte ihm kniend den Becher mit Stutenmilch, er gab ihm, den Kopf wenig lüftend, als Gegengabe das Todesurteil.

Dann ließ er, damit sich Hadschi berlas nur mit einer Frau, den Thron mit der Gruft wechselnd, nicht allzu langweile, sechzehn seiner Beischläferinnen schlachten und befahl den Zug nach Samarkand. Den Emir dieser Landschaft zerhieben sie, und da sie ihm gefiel, baute er sich ein Haus hinein neben die Stadt, umgab es mit zungenlosen Wärtern und pflanzte die Fahne der Macht vor die Tür.

Er stieß sie selbst, neungipflig mit weißen und schwarzen Schweifen, in den Boden, wandte sich langsam um und ging in das Haus.

Zehn Jahre lang sah ihn kein Tatare wieder.

Von diesem Orte ging nun Gewalt aus, die sie alle traf. Jeden Tag erhoben sich aus der Ferne Reiter, rannten bis an den Gürtel der Wachen, saßen ab, erhielten Befehle und kreuzten, abreitend, Kommende, die Nachrichten brachten. Ein Graben, tief einen halben Fuß, umlief das Haus, sonst nichts.

In Jahren beugte er alle, niemand wagte ihn zu überschreiten.

Einmal, während die Massen im Kriegszug lagen, schlichen, unabgewehrt, zwei Horden in das Haus. Sie fanden es ohne Gerät, ohne Lager, wie seit Jahren unbewohnt. Echos schallten ihnen entgegen, ihre flüsternden Stimmen brachen sich dreifach an den tauben Wänden. Ihre schrägen Blicke flimmerten. Da brach die Furcht irr in ihre Augäpfel. Sie sprangen auf die Rücken der Pferde, verwirrt in ihrem Hirn, und hingen ihre Leiber in einem nahen Wald an die Äste.