Vor dem Aufbruch gab er eine Jagd.
Jagdleoparden in Satin und Coliers glitten in die Ebene bis hinter den See. Dort witterten sie, stießen die Nasen zum Boden und stoben in den Wald. In der Einbruchecke sah er ein Weib vorbeistreichen. Timur hetzte den Leoparden, doch der legte sich nieder, daß Timur wütend ihm einen Pfeil ins Kreuz schoß, er wendete und schnitt sie ab. Er stellte sie mit dem Pferd, das bäumte. Sie hob sich gleitend, warf die Arme auf und erstarrte. Die Pupillen erloschen. Geschlossenen Auges, grau im Gesicht, sagte sie: „Betritt den Boden der Ruhe. Es ist genug.“
Timur spannte den Bogen auf sie.
Sie sah ihn an: „Ich warne zweimal.“ Er schüttelte sich in kaltem Gelächter.
Es war die Chinesin. Sie schwang sich auf einen Zweig; wie ein Silberaffe sitzend, sagte sie in halbem Ton: „Du fällst noch heut in Unglück an einer weißen Stute.“ Timur hielt einen Herzschlag lang ein im Besinnen. Dann sagte er:
„Geh zurück in das Haus meiner Töchter.“
Auf der Spur ritt er durch einen Tümpel, von einem Ast zischte ein brauner Klumpen, ein gelber Rachen biß sich in die Kehle des Gauls, der schrie.
Timur konnte den Bogen in der Nähe nicht spannen. Da erschien Yakous Sohn. Timur sah ihn lange an, während er deutlich zielend die Sehne anzog, der Pfeil riß dem Tiger das Auge heraus, glitt ab und fuhr streifend durch Timurs Schläfe. Brüllend sprang der Chan ab, daß der Wald erzitterte, griff in den fetten Pelz der Katze über den Hinterbeinen, wirbelte und schlug sie auf die Erde mit einem Aufschwung, daß ihr zuckend der Kopf sprang. Dann sah er sich nach Zeinabdeddin um. Er ritt ein weißes Pferd, sprang ab. „Es ist nicht deine Schuld,“ sagte er zu dem auf dem Boden sich Windenden: „Du bist bewährt.“
Aber er gab ihm am Abend dennoch in seinem Zelt eine Mission nach China, die ihn Jahre entfernte.
Dann holte er die Chinesin. Er ließ ihr Stutenmilch reichen und hockte sich zu ihr, ein Brettspiel auf den Knien. Als sie gut anzog, sagte er von dem geviereckten Holz kurz aufblickend: „Komme wieder.“ Sie kam mit jungen Hunden, die die Dogge geworfen. Sie klammten auf dem Körper des liegenden Chans und leckten ihm den Bart. Er lachte und, mit ihnen spielend, zerdrückte er eines aus Ungeschick, da hob sich die alte Dogge gegen ihn. Er achtete sie nicht, sondern wandte den Kopf gegen die Chinesin: