Eine grüne Wolke hüllte das Heer ein zehn Tage, bis sie geteilt hatten. Rudel wilder Tiere durchmaßen die Ebenen von dem Gebirge her und fraßen in Orgien. Pferde starben an der Pest hin, und Tataren fielen in Haufen vor Hitze und Geruch der Fäulnis. Timur gab ihnen aus der Beute Gäule zum Schlachten, und sie fraßen rohes Pferdefleisch schmatzend vor Seligkeit, bis ihnen die Mägen platzten und sie würgend über die Toten fielen. Axalla und Yakou erhielten chinesische Prinzessinnen. Die Frauenhäuser wogten überschwemmt von Stoff, Seiden, Rubin und Zelten mit goldenen Stangen.

Den Tag, ehe sie ritten, hielten sie ein Gelage. Timur gab den Befehl eines Emirschulbaus in Petsche-li, daß in ihr Hirn anderes als Gaulgeruch steige. Guines stellte die Konstellation der Sterne. Einmal erhob sich der Fürst von Tanais, deutete auf den Tonkünstler Ssasijeddin Abdulmumenin und sagte: „Nimm die Leitung, Ssasijeddin.“ Da erhob sich Timur und verwies es ihm, auch wenn er den Namen des großen Kalifen trage, zu dem außerordentlichen Mann nur mit dem Vornamen zu reden. Und schenkte dem Künstler einen Ring.

An der Quelle Baldschuma betrat Timur das Zelt der Chinesin. Ihr klarer Blick fiel auf ihn. Er wies auf eine fränkische Dogge und gab ihr sie zum Geschenk. Er fragte nach ihrem Stamm. Jedoch sie vermochte nicht zu antworten.

Sie sah ihn mit feuchten porzellanenen Augen an. Da verließ er sie. Sie ritten weiter.

In einer Gewitternacht ließ Miser Ulek der Chinesin Tee reichen, aber dieser entfiel die Tasse. Sie sah lächelnd zu Miser Ulek: „Gift.“ Da weinte Miser Ulek, umarmte sie und stach ihr ein Messer in die Seite. Doch es blieb in der Haut. Timur befahl, die Chinesin aus dem Haus Miser Uleks zu nehmen und in das seiner Töchter zu führen.

Sie ritten durch Monate. Sengende Sonne wirbelte ihnen Staub in die Gesichter, sie stachen durch Schnee, bis sie das achte Paradies erreichten: Samarkand leuchtete aus den Gärten. In der Ebene von Kjanegül erbaute Timur einen Palast in der Mitte des Fundorts der Rosen. Künstler aus Bagdad übermalten die Wände. Der Hof stieg in Marmor und Talkstein, Schwibbogen leuchteten Sprüche des Korans, die Türen brüllten vor Erz. Glockentürme wuchsen aus den Ecken. Er baute einen Windfang und einen unterirdischen Saal.

Er gab ihn der fünften seiner großen Frauen Miser Ulek und den zweihundert Beischläferinnen hinter ihr.

In der Nacht schreckte ein Traum ihm die Chinesin ab, und er schenkte sie an das Frauenhaus Zeinabdeddins.

Er selbst wohnte in dem dunklen festen Haus mit dem fußtiefen Graben. Abends wie ein Panther zog er in großen Kreisen um den Auf- und Niederfall seiner Fontäne. Er ging darauf zu, streckte die Hand aus und zog den Kopf zurück zwischen die Schultern . . .

Gekitzelt vom Lachkrampf schlug eines Tags ein zirkassischer Fürst zwei Leuten Timurs, die raubten, die Köpfe ab. Timur ließ ein Heer aufstehen.