Die Nacht sprach er mit Guines.

Sein Hirn war voll dumpfem Triumph, schon eh er aufbrach. Er lachte die ganze Nacht. Guines zitterte. In der letzten Stunde sagte Timur: „Glaubst du an mich?“ Er schlug auf den Tisch, ganz sachte, aber er schlug Guines in die Knie. „Ja,“ stöhnte er. Timur lächelte.

Am Morgen verließ ein riesiger Tatar Timurs Zelt. Er ritt, als säßen Geister in seinen Schenkeln. Das Pferd warf die Kruppe in die Luft, ausschlagend. Der Kopf hing zwischen den Vorderbeinen. Manchmal drehten sie sich im Kreise. Die Hufe gingen durch Tage und Nächte in gleichem Aufschlag über der Steppe, der Reiter zählte den Aufschlag, so ritten sie.

An einem See machten sie Halt. Der Reiter zog Hose und Rock aus, die steif waren vor Schweiß, warf sie in die Sonne und stürzte in das Wasser. Der Gaul soff keuchend mit den roten Nüstern. Hier blieb der Reiter Wochen, sah in den Himmel, lachte, brüllte, schwieg, übte sich im Scheibenwerfen und Jagen und zwang einen Vorüberreitenden, mit ihm Ball zu spielen bis in die Dunkelheit.

Dann besprang er das Pferd und ritt weiter. Weißer Schaum flockte aus den mahlenden Kiefern des Tieres.

Langsam teilte sich die Gegend vor ihm auf. Er kam in Wälder von Aprikosen und Pistazien. Ein Hase kreuzte seinen Pfad, er schoß ihn. Speisend traf er Menschen, die keine Waffen trugen. Ihre Jurte war von Feigen gegen die Sonne beschattet. Sie arbeiteten mit Geräten in Gärten und Hainen. Ihre Frauen waren spitzbrüstig und weich. Es gab keinen Speer, keinen Bogen.

Er lebte unter ihnen, den Frieden aufnehmend, der alle trug. In einer Nacht kroch die Frau eines Führers in seine Matte und warf sich auf ihn. Die Nacht noch löste sich der Vorhang. Die blonden Augen eines Mannes stierten glänzend in die Dunkelheit. Seine Hand, vorschnellend, griff in des Tataren Gurgel. Der riß einen Ziegel vom Herd und schlug ihn ihm in den Rücken, daß er die Hände in die Luft krallte und verzuckte.

Der Tatar ließ die Gegend, besprang sein Pferd und trabte weiter, auf seinem Sattel lebte acht Sonnenaufgänge und Mondsicheln lang die spitzbrüstige Frau, bis er sie einer anderen Jurte ließ.

In der Nähe der Stadt Tahauzeguh stieg er ab, zog aus der Tasche des zerrissenen Kleides Pelzwerk und goldene Münzen und ritt geschmückt in die Stadt. Auf den Straßen erhob sich Aufsehen über ihn, die Chinesen lachten, lachten über die Hosen, aus denen Schweiß rann und die Kette an seinen Ohren aus Smaragden.

Waffenlos zog er in eine Karawanserei, zog sich aus und legte sich schlafen. In der Nacht entriß ihm einer den Schmuck. Er stand auf unter drohenden Gesichtern, griff den Knopf einer Tür, lief dem Dieb, im Hemd gekleidet, nach, erschlug ihn auf der Straße, kehrte zurück und legte sich nieder. Das Murren einer Menagerie empfing ihn. Er schlief ein. Aufwachend, fehlte ihm nichts, aber er war allein.