Der Tatar überkletterte ein Gebirge, trabte durch eine Steppe und kam an den Rand der Wüste Ergimul. Auf einem Felsen wohnten zitternde Mongolen, die am Tag Bilsenkraut pflückten, in Angst vor Löwen und Panthern ersterbend, deren Gebrüll nachts in tobenden Wellen über die Gegend jagte.
Sie hatten kupferne Kessel und brannten das Kraut darin, bis es sott. Den Schaum zogen sie ab und handelten ihn weiter, es war ein Opiat, das zwei Tage berauschte.
Der Tatar soff kreischend einen ganzen Abend davon, besprang das Pferd, trabte in die Wüste und legte sich in die Blumen einer Oase. Tagelang schlafend überstürzten ihn Träume von Schlachten und Weibern. Fiebernd schrie er, daß sein Gebrüll das der Tiere überschäumte. Ströme schlugen aus seinem berauschten Leib, der die Tiere verjagte. Löwen prallten zurück und Panther winselten vor Wut.
Erwacht, durcheilte er die große Ebene bis zu einem rötlichen Gebirg. In der Mitte hob sich ein Pyramidenberg mit einer Seite voll aufsteigender Treppen, wie eine Leiter steil und glänzend von Rot. Die Menschen der Dörfer wiesen ihm Pfade, die um das Gebirge führten und sagten ihm, daß bei den Stufen ein Wind herunterfalle, der ihn, aufnehmend, in einen Fluß werfe und zerschlage.
Er stieg die Treppen und fiel nicht.
Oben, wo der Wirbel weißlich tanzte, trat er bis um einen Nagel breit an den Abgrund und hob den Kopf steil. Der Wirbel teilte sich vor ihm. Immer stand er in der Mitte des Trichters, der die Luft in Strudeln um ihn herumriß, daß die Ebene vor seinen Augen hinglitt wie unter fließendem Wasser.
Zurücktretend stieg er ab und ritt nach Persien zu. Im Durchreiten einer kleinen Stadt sah er eine Chinesin auf einem Kamel den Platz queren. Die Blicke begegneten sich, ein Wort warf ihr Tier in das Knie, sie lief zu ihm und riß die Arme um den Hals seines trabenden Pferdes, daß es hielte, und schleifte ein Stück.
„Was willst du?“
„Dich.“
„Woher kommst du?“