Er senkte langsam den Kopf. Über seiner Brust schwebte noch das Ludwigskreuz. Sein Degen war von wundervoller Arbeit. Es war der Admiral.
Er ging auf Jean François zu, nachdem er die Befehle ausgegeben hatte, nannte leise seinen Namen: „D’Aché,“ und bat ihn, mit ihm zu kommen. Sie stiegen über einige Treppen tief hinunter. Dann traten sie in einen breiten Raum.
Der Vicomte hob einen Leuchter und deutete auf einen Käfig, in dem ein Mann geduckt saß: Der Käfig hing an Seilen hoch von der Decke herunter. Er ließ mit einem Griff ihn sich senken. Jean François sah, daß es der Matrose war, dem er vor sechs Abenden seinen Pistolenmund auf die Magengrube gerichtet hatte, und der Graf sagte lächelnd:
„Junger Mann, ich schätze Ihre Liebe für andere Atmosphären, in denen das Leben derber und inbrünstiger geht, als in den uns angemessenen. Ich liebe dies auch. Sie werden darüber schweigen, hören Sie. Ich habe Sie verpflichtet, weil ich aus dieser Anlage Großes und Wildes von Ihnen erwarte.
Doch das mit der Pistole war töricht. Sie mißverstehen den Stil. Man hätte uns in Fetzen geschlagen. Man muß das anders machen. Den hier habe ich mir später selbst und allein noch geholt. Fragen Sie ihn.“
Der Matrose wimmerte, aber schwieg . . .
Jean François fuhr mit seinen Offizieren zu seinem Schiff.
Während der Fahrt betrat er das Admiralschiff nicht mehr.
Sie waren drei Leutnants auf der Fregatte, er, Vaudricourt und Jules Labé. In den Nächten seufzte Vaudricourt nach dem Mond und erlebte die Verse großer Dichter, wenn das Meer in ziellosen Spiegelungen erglühte. Labé hatte eine Kreolin mit, die in einer Matte unter dem großen Segel lag und rauchte.
Oft spielte Vaudricourt auf einer langen silbernen Flöte ihr vor und sang mit warmem Tenor. Sie schloß die Augen wieder, öffnete sie zu Jean François und bat ihn, ihren Windhund zu holen, damit sie mit diesem spiele. Sie hetzte ihn über das Verdeck, und seine wilden Laute schoben sich zwischen die Schwingungen der Flöte. Vaudricourt biß sich die Lippen und sagte: